Konsti und Alu

…schreiben gemeinsam das Blog www.grossekoepfe.de. Sie erzählen von Ihrem Alltag mit ihren drei Kindern, einer Vollzeitstelle, einer Promotion, der Vereinbarkeit und dem Leben in Berlin.

1. Wie ist die CareArbeit bei Euch zuhause auf die Erwachsenen verteilt? Gibt es feste Zuständigkeiten?

Wir haben keine festen Zuständigkeiten, sondern versuchen uns immer wieder neu auszutarieren. Als wir zusammenzogen, haben wir uns über Wünsche und Vorstellungen jedes Einzelnen sehr genau unterhalten, dabei haben wir festgestellt, dass wir uns die Care Arbeit in Bezug auf Haushalt, eventuelle Kinder etc. gern 50/50 teilen möchten.

2. Warum teilt Ihr Euch anfallende CareArbeit untereinander auf? Welche Vorteile habt Ihr dadurch?

Durch die Teilung der Care Arbeit teilen wir uns auch die Verantwortung und das damit verbundene Wissen. Den Satz „Kenn ich nicht, kann ich nicht“, gibt es bei uns nicht. Jeder kann alles in Bezug auf Kinder und Haushalt und verfügt über das notwendige Wissen und Vertrauen des Anderen.

3. Welche Nachteile und Schwierigkeiten gibt es, welche Hürden?

Es ist nicht immer leicht wenn beide Partner/innen sich gleich stark einbringen wollen. Wir befinden uns in einem immerwährenden Prozess von Kommunikation.

4. Wäre es nicht praktischer, eine Person des Haushalts würde sich alleine darum kümmern und so auch den Überblick und die Verantwortung behalten?

Vielleicht wäre das praktisch, aber das würde nicht unserer Vorstellung von gleichberechtigter Partnerschaft und Kindererziehung entsprechen.

5. Wodurch / Wann stoßt Ihr an Grenzen der fairen Aufteilung?

Wir stellen fest das ER im Haushalt mehr Pflichten übernimmt als sie. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass derzeit die Care Arbeit mit dem Baby (6 Monate) mehr an ihr hängt durch volles Stillen.  Daher gibt es in Bezug auf den Haushalt, sowie das Baby derzeit eine ungleiche Verteilung.
Wir mussten unsere Einstellung bereits mehrfach familienintern  erläutern und diskutieren. Für die Generation der eigenen Eltern ist das manchmal recht seltsam wie wir leben.

6. Leben Kinder in Eurem Haushalt? Hat sich die Verteilung der CareArbeit verändert im Vergleich zur Zeit ohne Kinder?

In unserem Haushalt leben drei Kinder. Bei Kind 1 waren wir beide Studenten und haben uns alles komplett geteilt. Bei Kind 2 war ER 12 Monate in Elternzeit und SIE Vollzeit arbeiten nach 3 Monaten. In dieser Zeit gab es ein Ungleichgewicht, da ER mit beiden Kindern daheim war. Mit Kind 3 ist SIE nun Vollzeit daheim und er Vollzeit arbeiten. Da die beiden anderen Kinder jedoch schon größer sind, übernimmt ER hier eigentlich immer komplett wenn er daheim ist. Ja, unsere Aufteilung hat sich imemr mal wieder verlagert und verändert. Ohne Kinder im Haushalt war einfach nichts zu tun (quasi).
7. Was hat sich verändert mit dem Älterwerden der Kinder? Musste die Aufteilung in Frage gestellt und evtl. neu verteilt werden?
Siehe oben.

8. Welche Reaktionen bekommst Du von anderen für Dein Tun als Mann* ☐ / bzw. als Frau* ☐ ?

ER wird oft gelobt von Eltern und Außenstehenden für seinen Einsatz für die Familie und den Haushalt.
SIE wird oft in Frage gestellt, warum ER denn kochen, staubsaugen und noch die Kinder nehmen würde.

9. Erzähle von einer Situation, ein Gespräch, in dem Du eine positive und eine, in dem Du eine negative Reaktion erfahren hast.

Als SIE mit allen Kindern vier Wochen allein war um ihm eine Forschungsreise zu ermöglichen erfuhr SIE viel Anerkennung und Lob dafür. Es stellte sich heraus, dass SIE auch gut allein klarkommt, da beide Partner über das gleiche Wissen verfügen um Kinder, Haushalt und Beruf zu vereinen.
Als ER mit allen Kindern eine Woche allein war um ihr einen Kurzurlaub zu ermöglichen boten IHM viele Menschen ihre Hilfe an. Es schien für Außenstehende also fast nicht zu glauben, dass die Kinder, der Haushalt und die Arbeit bei ihm alle überleben würden.

 

10. Was würdest Du Deinem jüngeren Ich mit auf den Weg geben, das weder Kinder hat noch in einer Partnerschaft lebt, wie es mit dazu beitragen kann, dass Equal Care gelingen kann?

Der Schlüssel ist Kommunikation. Redet miteinander und sage ganz klar deine Wünsche und Grenzen und lass Dich nicht verunsichern.

11. Was wünschst Du Dir von Politiker*innen?

Finanziellen Ausgleich für Familien in denen sich beide einbringen wollen.

12. Was wünschst Du Dir von anderen Entscheidungsträger*innen?

Ein überarbeitetes Frauenbild jenseits der Idee, dass Frauen auch Vollzeit arbeiten können.

13. Was wünschst Du Dir konkret für Deinen Alltag anlässlich des Equal Care Day 2017?

Den Fokus gendergerechte Erziehung und Aufklärung für den Nachwuchs.

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