FAQ: Wie kommt Ihr auf die 80%?

Der Equal Care Day

bezieht sich auf private, berufliche und ehrenamtliche Carearbeit.

Er macht auf die mangelnde Wertschätzung und ungleiche Verteilung dieser Arbeiten aufmerksam: Den Großteil dieser Arbeit übernehmen Frauen, mit 80% also 4x so viel wie Männer. Deshalb wird der Equal Care Day nur alle 4 Jahre, im Schaltjahr am 29.2. begangen.

In Auswertungen wird in der Regel getrennt nach Arbeiten im Haushalt, nach privater bzw. beruflicher Pflege, nach Familienarbeit, also privater Kinderbetreuung vs. berufliche Erziehung, Kita, Grundschule etc… Eine zusammenfassende Studie oder statistische Auswertung zum Gender-Care-Gap insgesamt, die gibt es unseres Wissens nicht.

Für unser Buch 'Die Rosa-Hellblau-Falle' haben wir viele Erhebungen und Untersuchungen zusammengefasst:

  • 86% der Pflegekräfte in Krankenhäusern sind weiblich
    (https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/zdw/2012/PD12_010_p002.html)

 

  • über 80% der Beschäftigten in Gesundheitsberufen sind Frauen

(Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit 2011; da sind auch alle Ober- und Chefärzte mitgerechnet, die mit Pflege nun eher wenig zu tun haben)

 

  • über 90% weibliche Lehrkräfte an Grundschulen in NRW
    (www.it.nrw.de, Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen)

 

  • 97,6% weibliche Erzieherinnen in Kitas bundesweit
    (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2015)

 

  • Frauen verbringen doppelt bis dreimal so viel Zeit mit Kinderbetreuung
    (WSI-Report 11/2014, je nach beruflicher Arbeitszeit der Eltern, deutliche Unterschiede zwischen Ost & West)

 

  • Care-Arbeit in Prozent laut OECD Gender Brief, 2010:
    bei einem Kind Männer 6%, Frauen 14%
    bei zwei und mehr Kindern Männer 8%, Frauen 21%

 

  • dazu die Zahlen zum Gender-Gap bei bezahlter und unbezahlter Arbeit, laut OECD: Frauen 270 min unbezahlte Arbeit pro Tag, 30 h bezahlte Arbeit pro Woche (Männer 160 min / 40 h)

 

Es gibt dazu noch viele weitere Quellen, die insgesamt ein ungefähres 4:1 Verhältnis bei CareArbeiten belegen. Aber  ob die 80% sich damit statistisch korrekt berechnen lassen? Uns geht es um die Symbolik des Tages, um den eklatanten Gender-Care-Gap und die mangelnde Wertschätzung dieser Arbeit. Beide bleiben bestehen, auch wenn es nur ein 70% zu 30% Verhältnis sein sollte.

 

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