Kerstin arbeitet als freiberufliche Regisseurin und lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Hamburg.

1. Wie ist die CareArbeit bei Euch zuhause auf die Erwachsenen verteilt? Gibt es feste Zuständigkeiten?

Es haben sich nach einigen Jahren Zuständigkeiten von alleine etabliert, z.B. ich Wäsche und Organisiererei, er kochen und einkaufen. Fahrten zu Kindergarten und Schule und die Nachmittage im Alltag teilen wir 50:50

2. Warum teilt Ihr Euch anfallende CareArbeit untereinander auf? Welche Vorteile habt Ihr dadurch?

Dass niemand von uns einen Nachteil hat. Eher so herum. Denn auf die Sachen im Haushalt haben wir beide nur begrenzt Lust, natürlich wird geteilt. Und selbst wenn sich Zuständigkeiten etablieren, die Zeit, die im Haushalt investiert wird ist bei beiden gleich. Die Zeit mit den Kindern wiederum wollen beide gerne haben. Aber manchmal kann eben wegen der Arbeit nur einer Zuhause sein.

3. Welche Nachteile und Schwierigkeiten gibt es, welche Hürden?

Wir übernehmen keine Vorlage anderer Menschen oder vorheriger Generationen. Das heißt, dass wir uns besprechen und einigen müssen. Das kann auch anstrengend sein. Aber das gehört eben dazu. Letztlich sind wir sehr zufrieden, weil unsere Abmachungen unseren individuellen Wünschen, Bedürfnissen und Vorlieben entsprechen. So macht das Kümmern auch mehr Spaß.

4. Wäre es nicht praktischer, eine Person des Haushalts würde sich alleine darum kümmern und so auch den Überblick und die Verantwortung behalten?

Einmal in der Woche besprechen wir die kommende Woche. Das kostet 10 Minuten, ja. Aber dafür schmeißen wir das hier auf Augenhöhe und mit geteilter Verantwortung. Alles andere ist wie eine Falle, aus der man nicht mehr heraus kommt. Denn der andere hat ja den Überblick nicht und hat dadurch immer eine perfekte Ausrede. Es entstehen Abhängigkeiten, die nicht sein müssen.

5. Wodurch / Wann stoßt Ihr an Grenzen der fairen Aufteilung?

Ich stoße an meine Grenzen, wenn es um das handwerkliche geht oder um Dinge, die viel Kraft erfordern. An meine körperlichen Grenzen, aber viel öfter noch die meines Interesses. Ich hacke weder gerne Holz noch stütze ich gerne unsere morschen Dachbalken mit einer eigens gebauten Konstruktion. Ich werkel auch nicht gerne im Motorraum. Und da wir ein sehr altes Haus besitzen und ein sehr altes Auto, fallen da viele Arbeiten an. Wenn diese Arbeiten mein Mann erledigt, bin ich automatisch für die Kinder da. Andererseits haben wir auch Großeltern in der Nähe, so dass ich Freiräume haben kann, wenn viele Arbeiten an Haus und Auto anstehen. Manches machen wir dann auch gemeinsam zu zweit.

6. Hat sich die Verteilung der CareArbeit verändert im Vergleich zur Zeit ohne Kinder?

Ja, die Zuständigkeiten haben sich etabliert. Das Zusammenspiel musste sich ökonomisieren und dann kam das von ganz alleine.

7. Was hat sich verändert mit dem Älterwerden der Kinder? Musste die Aufteilung in Frage gestellt und evtl. neu verteilt werden?

Unsere Umstrukturierungen hingen eher mit wechselnden beruflichen Phasen zusammen und weniger mit dem Älterwerden der Kinder. Aber schon auch. Abstillen ist ein Wendepunkt. Und dann auch die Selbstständigkeit der Kinder. Sie haben mittlerweile erste eigene Aufgaben im Haushalt.

8. Welche Reaktionen bekommst Du von anderen für Dein Tun als Mann/
bzw. Frau?

Aus meiner Beobachtung bekommt mein Mann immer mal wieder Anerkennung und Lob, dass er mir ermöglicht, auch zu arbeiten. Ich bekomme so etwas nie zu hören. Ab und zu bin ich blockweise ganz weg und arbeite in einer anderen Stadt. Das Umfeld reagiert dann mitleidig, als wäre es eine Zumutung für Mutter und Kinder, wenn der Vater eine Weile übernimmt. Es geht aber weniger darum, dass sie dem Vater Kompetenzen absprechen, sondern mehr darum, dass von der Mutter eine Allgegenwärtigkeit erwartet wird.

Die Kommentare kommen von anderen Müttern oder sogar von der Verkäuferin an der Käsetheke, wenn ich ausnahmsweise einkaufen gehe, was sonst mein Mann macht: (abfällige Tonlage) „Ach, lerne ich die Mutter auch mal kennen“. Ein anderes Thema ist, dass mir in meinem Berufsumfeld ab und an allen Ernstes geraten wird, mit meiner Weiblichkeit zu kokettieren. Doch das ist sicher nicht der Weg, durch den ich beruflich vorwärts kommen möchte.

9. Erzähle von einer Situation, ein Gespräch, in dem Du eine positive und eine, in dem Du eine negative Reaktion erfahren hast.

Ab und zu werde ich von Kollegen gelobt, die staunen, was ich alles unter einen Hut bekomme.

10. Was würdest Du Deinem jüngeren Ich mit auf den Weg geben, das weder Kinder hat noch in einer Partnerschaft lebt, wie es mit dazu beitragen kann, dass Equal Care gelingen kann?

Seine Sprache zu überdenken, besonders die Sprache, die man Kindern gegenüber benutzt. Letztens sagte eine Schuhverkäuferin, als ich für meinen 7 jährigen Sohn Hausschuhe kaufen wollte, dass sie keine mehr in seiner Größe habe. Ich sagte dann: „Doch, diese roten sind doch in seiner Größe“. Sie antwortete vor meinem Sohn: „Ich hatte nur nach Jungsfarben geschaut“.
All diese kleinen Zuweisungen verstärken die Geschlechterklischees und erschweren den Kindern außerordentlich den Zugang zum Bereich des Kümmerns, weil er angeblich weiblich ist. So wie die Farbe rot (eigentlich alles was nicht blau oder grün oder schwarz oder braun ist) für die Welt der Frauen vorbehalten ist.

11. Was wünschst Du Dir von Politiker*innen?

Bessere Ausbildung der Erzieher/innen, die den Kindern das Stecken in Schubladen ersparen.

12. Was wünschst Du Dir von anderen Entscheidungsträger*innen?

Dass niemals vorformuliert wird, ob etwas für Jungs oder für Mädchen ist (Spielzeug, Sportarten etc.)

13. Was wünschst Du Dir konkret für Deinen Alltag anlässlich des Equal Care Day 2017?

Ich wünschte, meine Kinder würden weniger mit unüberdachten Zuweisungen konfrontiert werden. Und ich wünschte, die Männer würden aufhören zu sagen „Dein Mann kann das, weil er Lehrer ist, in meinem Beruf ginge das nicht“, sondern sich für Elternzeit und Stundenreduzierung einsetzen.

Roland Hindl, lebt und arbeitet als Journalist und Social-Media-Redakteur in München. Mit Veronika Seiler hat er zwei Kinder. Ohne EqualCare ginge bei ihnen gar nix.

1.    Wie ist die CareArbeit bei Euch zuhause auf die Erwachsenen verteilt? Gibt es feste Zuständigkeiten?

Wir haben die CareArbeit bei uns aufgeteilt. Das war aber keine terminierte Verhandlung am grünen Familientisch. Vieles ist im Laufe unserer Beziehung und unseres Zusammenlebens so gewachsen. Wir sind beide voll berufstätig – mit der Einschränkung, dass ich aktuell in der zweiten Elternzeitphase für unser zweites Kind bin. Um Familie, Haushalt und Jobs stemmen zu können, geht es gar nicht anders, als alles untereinander aufzuteilen. Da ich in der Regel in der Frühschicht arbeite, kümmert sich Veronika morgens um die beiden Kinder - sprich: Morgenritual (kuscheln, aufstehen, waschen, anziehen) – und bringt sie in den Kindergarten bzw. zur Tagesmutter. Nachmittags hole ich die beiden ab. Dann spielen wir, gehen auf den Spielplatz oder in den Zoo oä. Eventuell kommt noch ein kurzer Einkauf dazu. Sobald Veronika zu Hause ist, verschwinde ich in der Küche und kümmere mich ums Abendessen – immer öfter unterstützt von der Großen. Veronika füttert derweil die Kleine. Nach dem gemeinsamen Essen, wird aufgeräumt und ich bringe die Küche in Ordnung und richte noch die Brotzeit für den Kindergarten für den nächsten Tag her. Abends bringen wir die beiden Kinder dann zusammen ins Bett. Veronika die Kleine, ich die Große. Das Abendritual umfasst: Waschen, Schlafanzug anziehen etc. sowie ein kurzes Spiel und/oder eine Geschichte vorlesen. Während mir die Küche gehört, kümmert sich Veronika um die Wäsche. Putzen und einkaufen erledigen wir in der Regel zusammen.

2.     Warum teilt Ihr Euch anfallende CareArbeit untereinander auf? Welche Vorteile habt Ihr dadurch?

Weil es zum einen selbstverständlich war, und weil unser Familienmodell anders nicht funktionieren würde. Wir haben beide Jobs, die wir zum einen brauchen, um in München gut über die Runden zu kommen, und die wir zum anderen auch gerne ausüben. Unsere Jobs sind unsere Berufe. Veronika ist seit Jahren selbständig und hat nun mit ihrer eigenen Agentur ihre Erfüllung gefunden. Und auch ich bin gerade in einer beruflichen Situation, die meiner Wunschvorstellung sehr nahe kommt. Dadurch dass ich meistens Frühschicht (6.00 – 14.00 Uhr) arbeite, hatte ich (vor der Elternzeit) den Luxus, Vollzeit arbeiten zu können und trotzdem sehr viel Zeit mit unserem ersten Kind verbringen zu können. Seit die zweite Tochter auf der Welt ist, war ich zunächst von der Geburt an für zwei Monate voll zu Hause. Seit Januar habe ich auf drei Tage reduziert. An diesen drei Tagen ist sie bei der Tagesmutter, an den anderen beiden bin ich daheim. So hat Veronika die Möglichkeit, wieder voll in der Agentur tätig zu sein. Die Vorteile sind: Wir haben viel von den Kindern, die Kinder haben viel von beiden Elternteilen. Haushalt und Co. lasten nicht auf einem, so dass wir auch ein gewisses Maß an Freizeit haben.

3.    Welche Nachteile und Schwierigkeiten gibt es, welche Hürden?

Es ist zugegebenermaßen alles auf Kante genäht. Der organisatorische Aufwand ist groß. Aber das ist er sicher bei anderen Familienmodellen auch. Wir sind uns des Luxus' bewusst, der sich dadurch ergibt, dass ich früh arbeiten kann und wir uns deshalb vor allem das Holen und Bringen der Kinder aufteilen können.

4.    Wäre es nicht praktischer, eine Person des Haushalts würde sich alleine darum kümmern und so auch den Überblick und die Verantwortung behalten?

Nein, für uns nicht. Die Frage stellt sich grundsätzlich für uns nicht. Und unser Familienmodell funktioniert für uns nur so.

5.    Wodurch / Wann stoßt Ihr an Grenzen der fairen Aufteilung?

Eigentlich selten.

6.    Leben Kinder in Eurem Haushalt? Hat sich die Verteilung der CareArbeit verändert im Vergleich zur Zeit ohne Kinder?

Zwei Kinder (5 Jahre / 6 Monate). Jein. Auch vorher haben wir uns die Arbeit aufgeteilt. Mit den Kindern sind noch einige Aufgaben dazugekommen. So weit sich die Aufgaben aufteilen lassen, haben wir das auch gemacht (bei allen Bemühungen: Stillen liegt nicht in meinen Möglichkeiten). Ich habe bei beiden Kindern Elternzeit genommen. Bei der älteren insgesamt fünf Monate auf zwei Mal aufgeteilt. Bei der jüngeren zu Anfang zwei Monate voll und jetzt in der zweiten Phase aktuell bis Herbst Teilzeit.

7.    Was hat sich verändert mit dem Älterwerden der Kinder? Musste die Aufteilung in Frage gestellt und evtl. neu verteilt werden?

Mit Älterwerden kommen natürlich Veränderungen dazu. Die Kinder haben plötzlich eigene Termine. Das meiste „wächst“ aber mit. Deshalb musste auch nicht viel neu verteilt werden. Wir fahren – je nachdem, wer Zeit hat – die Große zum Sport oder Treffen mit anderen Kindern. Einzig wenn Freundinnen das erste Mal zu Besuch kommen, hat es sich gezeigt, dass es besser bei den anderen Müttern ankommt, wenn die Mama bei uns daheim ist.

8.    Welche Reaktionen bekommst Du von anderen für Dein Tun als Mann?

Unterschiedlicher Art. Das hängt auch vom jeweiligen persönlichen Lebensmodell der anderen ab. Die meisten sehen keine Besonderheit darin, dass man auch als Mann mehr daheim ist. Das liegt aber auch daran, dass es in unserem Umfeld keine Seltenheit ist. Auch habe ich das Glück, dass mein Arbeitgeber sehr familienfreundlich ist.

9.    Erzähle von einer Situation, ein Gespräch, in dem Du eine positive und eine, in dem Du eine negative Reaktion erfahren hast.

Eine negative Erfahrung habe ich in einer Apotheke gemacht. Veronika hatte sich die Hand verletzt und musste eine Schiene tragen. Als wir diese kaufen wollten, hat ihr die Apothekerin mittleren Alters davon abgeraten, eine zu tragen, weil sie ja damit den Abwasch und die sonstige Hausarbeit nicht erledigen könne. Auf meinen Einwand, dass ich ja auch noch da sei – ich war zu dem Zeitpunkt in Elternzeit und Veronika schon wieder zurück in der Agentur -, erntete ich verdrehte Augen und die Apothekerin wendete sich mitleidsvoll Veronika zu, legte ihr die Hand auf den Arm und meinte nur mitwisserisch: „Wir wissen doch alle, dass das meiste an uns Frauen lastet.“ Ich habe mit dem Kind auf den Schultern auf dem Absatz kehrt gemacht und den Laden verlassen.

10.    Was würdest Du Deinem jüngeren Ich mit auf den Weg geben, das weder Kinder hat noch in einer Partnerschaft lebt, wie es mit dazu beitragen kann, dass Equal Care gelingen kann?

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11.     Was wünschst Du Dir von Politiker*innen?

Mehr Investitionen in Kinderbetreuung und eine Verbesserung der Rahmebedingungen für Eltern.

12.    Was wünschst Du Dir von anderen Entscheidungsträger*innen?

Mehr Flexibilität, um familienfreundliche Lebensmodelle leben zu können.

Carin lebt mit ihrem Partner und zwei kleinen Kindern in einer Kleinstadt in Deutschland; sie möchte anonym bleiben und arbeitet in einer "Alleinverdienerdomäne".


Wie ist die CareArbeit bei Euch zuhause auf die Erwachsenen verteilt? Gibt es feste Zuständigkeiten?

Mein Partner und ich sind zu gleichen Teilen für die Erwerbs- und CareArbeit zuständig. Wir arbeiten gleich viele Wochenstunden und haben uns auch Elternzeiten aufgeteilt.
Im Haushalt kann jeder von uns alles, trotzdem haben wir uns die Aufgaben nach Interesse aufgeteilt. Ich beispielsweise finde Spülmaschine einräumen unangenehm und mache gern - meditativ - die Wäsche. Mein Mann dagegen mag nasse Wäsche nicht, findet aber die Spülmaschine total okay.
Klar, dass wir da automatisch Zuständigkeiten haben. Das heißt aber nicht, dass der jeweils andere nicht diese Aufgaben auch mal übernimmt.

Unsere Kinder sind noch sehr klein mit fast vier Jahren und nichtmal eins. Trotzdem gibt es bei uns nur eine Sache, die mein Mann nicht macht: Stillen.

Bei der Erwerbsarbeit sind wir gerade jeweils mit 50% beschäftigt und wechseln uns mit der restlichen Arbeit (insbesondere natürlich Kinderbetreuung) ab. Wir profitieren sehr vom neuen EG+.

Warum teilt Ihr Euch anfallende CareArbeit untereinander auf? Welche Vorteile habt Ihr dadurch?

Wir beide waren nicht bereit, auf Karriere (nicht nur Arbeit, beide wollen weiterkommen) zu verzichten, auch nicht bei Geburt eines Kindes. Deshalb ist eine gerechte Aufteilung der Care Arbeit für uns alternativlos.
Der größte Vorteil ist wohl, dass wir die finanzielle Verantwortung auf beiden Schultern verteilen. Zudem leben wir in der gleichen "Welt". Wir leben eine gleichberechtigte Partnerschaft, die Gefahr dass einer sich für wichtiger hält, weil er zB das Geld verdient, ist nicht gegeben.
Ein weiterer Vorteil als Frau: mit dieser Aufteilung der Care Arbeit kann ich Werben. Für mich als Frau ist es (meistens) ein Vorteil, wenn ich nicht die Hauptverantwortung für Kinderbetreuung, tägliches Abholen aus der Kita und Kinderkranktage bin. Das teile ist so selbstbewusst im Bewerbungsgespräch mit und bekomme sehr positives Feedback.

Unbelehrbare Chefs, die finden, dass eine Mutter zu ihren Kindern und an den Herd gehört, gibt es natürlich. Aber das ist dann eh kein Job, den ich haben will.

Welche Nachteile und Schwierigkeiten gibt es, welche Hürden?

Der größte Nachteil sind die Absprachen, die wir ständig treffen müssen.
Wer bringt wann die Kinder in die Betreuung, wer holt sie wann ab? (Eine gewisse Flexibilität möchten wir im Job beide zeigen)
Wo lagern wir die Krankenkassenkarten der Kinder, damit im Notfall jeder schnell dran kommt?
Wer geht wann abends raus?
Wer kauft ein und was brauchen wir gerade?  (meist einer von uns schnell nach der Arbeit)
Wer geht mit den Kindern zu den  U-Untersuchungen, wer bleibt spontan mit einem kranken Kind zuhause? (Können Oma oder Opa, wer hat heute die weniger wichtigen Termine?)
Wer hat im Blick wann die Kinder neue Kleider und Schuhe brauchen und wer kauft es wann? (es ist schon passiert, dass wir Schuhe gleichzeitig doppelt gekauft haben)
Einer hat einen Ganztagesworkshop, möglich oder nicht? (Mit ein paar Tagen Vorlauf ist es eigentlich immer möglich, da wir uns zum Glück auch auf Großeltern verlassen können, auch wenn die noch berufstätig sind).

Wir organisieren uns zur Zeit mit einem gemeinsamen digitalen Kalender und einer gemeinsamen Einkaufsliste. Trotzdem nimmt es viel Zeit in Anspruch.

 

Wäre es nicht praktischer, eine Person des Haushalts würde sich alleine darum kümmern und so auch den Überblick und die Verantwortung behalten?

Praktischer und Einfacher? Vielleicht. Aber wir wären damit ja beide Unglücklich, deshalb kommt es überhaupt nicht in Frage.

 

Wodurch / Wann stoßt Ihr an Grenzen der fairen Aufteilung?

Wenn gerade sehr stressige Zeiten sind, beispielsweise wenn die Kinder krank sind. Wenn wir beide mal wieder über unsere Grenzen gehen, weil wir nur wenige Stunden geschlafen haben und beide Kinder ununterbrochen Bedürfnisse haben. Dann ist oft einer von uns belastbarer als der Andere (das wechselt aber durchaus) und macht dementsprechend auch mehr.

 

Hat sich die Verteilung der CareArbeit verändert im Vergleich zur Zeit ohne Kinder?

Die Aufteilung hat sich nicht verändert, wir haben vorher und nachher die Arbeit Zuhause sehr gerecht aufgeteilt. Natürlich ist der Anteil der Carearbeit durch Kinder aber insgesamt um ein vielfaches gestiegen.

Was hat sich verändert mit dem Älterwerden der Kinder? Musste die Aufteilung in Frage gestellt und evtl. neu verteilt werden?

Bisher hat es sich nicht geändert, unsere Kinder sind aber noch sehr klein. Wir werden aber weiterhin alles dafür tun, dass wir gleich viel Stunden Erwerbsarbeit leisten und die Arbeit Zuhause aufteilen.

 

Welche Reaktionen bekommst Du von anderen für Dein Tun als Mann/Frau?

Ich, als Frau: "Was, du lässt dein Baby allein und gehst so schnell wieder arbeiten?"

Meine Oma erzählt bei jeder Gelegenheit "unsere Männer haben früher ja nichtmal den Kinderwagen geschoben...". Damit versucht sie für sich zu legitimieren, dass sie es gar nicht anders machen konnte.

Zudem wurde ich oft gefragt, was denn mit dem Baby passiert, wenn ich nach einigen Monaten voller Elternzeit wieder in den Job zurück gekehrt bin. Auf die Idee, dass der Vater die Betreuung übernehmen könnte, kam eigentlich Niemand.

Mein Partner: "Toll, 6 Monate Elternzeit! WOW! Wahnsinn!"

Kind tut sich weh und schreit nach "Papaaaaa" zum trösten.
"Ach, der Papa kann auch trösten? Eigentlich kann das doch immer die Mama am besten"

Wir beide erleben: "Also das könnte ich ja nicht... "

 

Erzähle von einer Situation, ein Gespräch, in dem Du eine positive und eine, in dem Du eine negative Reaktion erfahren hast.

Eine Bekannte, Ihre Kinder sind 20, 10 und 8, erzählt mir, wie toll sie unser Modell findet. Sie selbst hat für die Kinder die Erwerbstätigkeit komplett aufgegeben. Die sagte "Ihr macht das richtig. Guck mich an, ich hänge hier im Haus fest." Insgesamt übrigens eine sehr selbstbewusste Person.

Mein Vater erzählt meinem Mann, dass er es tief bereut, dass er so viel gearbeitet hat und weg war, als seine Kinder klein waren.
Aus meiner Sicht auf meine Kindheit war mein Vater übrigens sehr präsent. Ich finde es sehr interessant, dass wir da so unterschiedliche Sichtweisen haben.

Negative Erlebnisse fallen mir in der Tat nicht ein, zumindest keine direkten. Wir sind aber auch sehr klar in unserer Situation und berichten vielleicht, diskutieren aber nicht.

Meine Schwiegermama erzählte, dass sie gefragt wurde warum ich denn ein Kind kriege, wenn ich so früh wieder arbeiten gehen will. Der Vater hat natürlich gleichzeitig die Legitimation weiter zu arbeiten. Sie konnte da aber auch direkt klären, dass solche Vorwürfe komplett unangebracht sind.

Ein Bekannter berichtete von der Gesprächssituation bzgl Elternzeit mit seinem Chef. Er wollte in dem Fall sogar "nur" zwei Mal vier Wochen nehmen.
Der Chef meinte, dass Elternzeit "schwul" wäre und nur Schluffis, welche unter dem Scheffel ihrer Frau stehen, diese beantragen.

 

Was würdest Du Deinem jüngeren Ich mit auf den Weg geben, das weder Kinder hat noch in einer Partnerschaft lebt, wie es mit dazu beitragen kann, dass Equal Care gelingen kann?

Mein früheres Ich war der Meinung, dass Feminismus heutzutage nicht mehr nötig ist und dass Frauen die gleichen Chancen haben.
Durch meine Kinder aber habe ich festgestellt, dass dies leider nicht stimmt.

Meinem früheren Ich würde ich dies gern erklären. Denn wenn man Equal Care anstrebt, muss man auch gegen Vorurteile kämpfen. Und zwar sowohl ich, als auch mein Partner.

Was wünschst Du Dir von Politiker*innen?

Besser Kinderbetreuung, Abschaffung des Ehegattensplittings, Vorbild sein bzgl. Equal Care
Steuerentlastung pro Kind, nicht pro Ehepartner der Zuhause bleibt

 

Was wünschst Du Dir von anderen Entscheidungsträger*innen?

Gerade Chefs sollten Frauen mit Kindern nicht direkt aufs Abstellgleis schieben. Gegen das Vorurteil, dass Mütter nur für ihre Kinder leben, muss ich häufiger kämpfen.
Akzeptanz von Jobsharing mit mehreren Teilzeitstellen, auch auf Führungspositionen.

Was wünschst Du Dir konkret für  Deinen Alltag anlässlich des Equal Care Day 2017?

Entlastung! Wir reiben uns in dieser Kleinkindzeit gerade sehr auf. Insbesondere der ganze Organisationsaufwand.
Ein Mehrgenerationenwohnprojekt fände ich toll.

 

Warum ist mein Text anonym?

Uns beiden ist, wie beschrieben, Karriere wichtig. Bei einem Jobwechsel soll der neue Chef meines Mannes diesen Text vorher nicht finden. Warum? Weil in seiner Branche alle Männer das Alleinverdienermodell leben (natürlich ist das nur meine persönliche Wahrnehmung, vielleicht gibt es tatsächlich auch dort noch andere Paare, die Equal Care leben).
Diese neuen Chefs sollen genau so lange davon ausgehen, dass wir die klassische Rollenverteilung leben, bis sie von den großartigen Kenntnissen meines Mannes überzeugt sind.
Erst dann sollen sie erfahren, dass er Zuhause viele Aufgaben hat und nicht ausschließlich für die Arbeit lebt, was viele Chefs in der Branche wohl gerne hätten ;).

Wir gehen sonst sehr offensiv damit um, wie wir leben und arbeiten. Wir wollen definitiv zeigen, wie es auch geht. Aber das Internet vergisst nicht. Darum hier ohne Namen.

8

Im vergangenen Jahr haben wir den Equal Care Day ins Leben gerufen - Tag für mehr Wertschätzung und eine faire Verteilung der Fürsorgearbeit. Der 29. Februar ist das passende Datum, um in aller Deutlichkeit darauf aufmerksam zu machen, dass Frauen im privaten wie im beruflichen Bereich 80 % der Care-Arbeit leisten in Deutschland. Deshalb der Schalttag, weil Männer eben viermal so lange brauchen, um dasselbe Fürsorgepensum zu erfüllen.

Auch wenn viele andere seit Jahren darüber schreiben und sich engagieren, dieser eklatante Missstand ist längst nicht im öffentlichen Bewusstsein angekommen. Und die Berichterstattung im vergangenen Jahr zeigte, dass vielen gar nicht klar war, was Care-Arbeit im Detail bedeutet - anders als gern assoziiert wird, ist es eben nicht nur "das bisschen Haushalt", sondern dahinter verbirgt sich eine grundlegend andere Definition von Arbeit: sie zählt nicht erst dann, wenn sie mit Geld honoriert wird!

Mit viel politischer, medialer und persönlicher Unterstützung konnte sich der Equal Care Day etablieren, viele haben mit einem Statement beigetragen. Auch in diesem Jahr wird er wieder zum Anlass genommen, um den Stellenwert von Care und Fürsorge-Arbeit zu diskutieren, zum Beispiel am 28. Februar in Frankfurt, 18 Uhr: "Equal Care Day 2017: Ihr nennt es Liebe, wir nennen es unbezahlte Arbeit"

Die sogenannten "Neuen Väter"

Kinderküche im Spielwarenkatalog von jako-o 2016

Die politischen Debatten um den Ausbau von Kinderbetreuungsstrukturen, über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie kreisen nach wie vor um die Mütter, deren Schwierigkeiten und ihre, wie immer wieder suggeriert wird, überzogenen Wunschvorstellungen. Immerhin wird hier diskutiert und in Frage gestellt. Im Gegensatz dazu werden beispielsweise in der Werbung gerade jene Rollenklischees reproduziert, die wir doch eigentlich überwinden wollen. Und viele glauben, das sei doch längst geschehen: "Da sind wir heutzutage doch viel weiter!".

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Väter sind in dieser Rolle weiterhin so selten, dass sie als sogenannte "neue Väter" unverhältnismäßige Aufmerksamkeit und Anerkennung ernten für Tätigkeiten, die viele berufstätige Mütter schon immer selbstverständlich erledigen, erledigen müssen. Würden doch Alleinerziehende nur einen Bruchteil der Wertschätzung erfahren, mit dem die beiden Spitzenväter in Berlin bedacht wurden oder Sigmar Gabriel für seinen freien Mittwoch, oder Papa, wenn er einfach mal wieder kocht …

Wenn er nur "mithilft"…

Meist verrät schon der Sprachgebrauch die verbreiteten Denkmuster: Sie übernimmt den Großteil der Care-Arbeit, er "hilft" ihr dabei. Doch Equal Care sieht anders aus!

Equal Care hat in Deutschland keine Tradition, keine Lobby und auch Anerkennung gibt es dafür eher selten. Wenn sich Paare, Menschen, WGs oder Familien zusammenschließen und Equal Care leben, betreten sie gemeinsam und alle für sich Neuland. Da gibt es keine Vorbilder, keine Ratgeberinnen und insbesondere die eigenen Eltern sind da nur selten Hilfe und Unterstützung. Mit wem spricht man, tauscht sich aus, wer hat Tipps? Die eigene Rolle zu finden beim Thema Equal Care ist deshalb oft mit Trial and Error verbunden. Oder um es mit den Worten von Samuel Beckett zu sagen:

Ever tried, ever failed, no matter.

Try again, fail again, fail better.

Was beim Feiern der tollen neuen Väter zu kurz kommt, ist der gemeinschaftliche Ansatz, ohne den Equal Care gar nicht möglich wäre. Und genau deshalb versammeln wir hier und anlässlich des zweiten Equal Care Days Portraits von Menschen, die Equal Care leben, die erzählen von den Schwierigkeiten, aber auch von den tollen Momenten und dem Gewinn, den diese Art der Arbeitsteilung bringt, für alle Beteiligten. Sie liefern die Stimmen, von denen die aktuelle OECD-Studie "Dare to Share" ("Wage es, zu teilen") berichtet:

Väter, die Zeit mit ihren Kindern verbringen sind subjektiv zufriedener mit ihrem Leben sowie physisch und psychisch gesünder als weniger engagierte Väter. Müttern eröffnet EqualCare bessere berufliche Möglichkeiten, was wiederum ihre Rente verbessert, ihre finanzielle Unabhängigkeit und familiäre Finanzlage!

 

Viele Grüße und viel Kraft für all die unsichtbare Arbeit wünscht

Das Equal Care Day - Team

Sascha Verlan und Almut Schnerring

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Equal Care Porträts zum Equal Care Day 2017

(Rückblick zu unserem Aufruf zu Beginn des Jahres)

 

Alu und Konsti … leben mit ihren drei Kindern in Berlin.

 

Roland … lebt und arbeitet als Journalist und Social-Media-Redakteur in München. Mit Veronika hat er zwei Kinder. Ohne EqualCare ginge bei ihnen gar nix.

 

Dagmar … aus Hannover, arbeitet Teilzeit als Referentin im niedersächsischen Wirtschaftsministerium. Sie lebt getrennt von Thomas, mit dem sie zwei Kinder hat.

 

Stefanie und Tobias … leben mit ihren beiden Kindern in Berlin.

 

 

Elisa … lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Hamburg. Sowohl sie als auch ihr Mann arbeiten fest und voll angestellt im Mediensektor.

 

 

Jochen König

Jochen …  ist Autor und lebt in Berlin. Seine Kinder leben jeweils etwa zur Hälfte mit ihm in einem Haushalt und zur anderen Hälfte bei ihren jeweiligen Müttern.

 

Claudia… wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Süddeutschland. Sie leben kein Equal Care, passen damit zwar nicht in die Reihe, aber zum Thema.

 

Almut und Sascha … arbeiten und leben als freiberufliches JournalistInnen- und AutorInnen-Team mit ihren drei Kindern in Bonn.

 

Carin … lebt mit ihrem Partner und zwei kleinen Kindern in einer Kleinstadt in Deutschland

 

Patricia und Marcus … die Projekt-Managerin und Bloggerin und der Radiojournalist leben mit zwei Schulkindern in Berlin

 

Kerstin … arbeitet als freiberufliche Regisseurin und lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Hamburg.

 

Frau und Herr Rabe … die Doktorandin in Molekularer Medizin und der Softwareentwickler leben mit ihren beiden Kindern in Trondheim, Norwegen

 

 

Julie … mit Leander und ihren 3-jährigen Zwillingen.

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…und es werden mehr:

Bloggerinnen und Blogger über ihren Equal Care Alltag

 

  • Paul und Juliane auf herrpaul_ mit 3 Kindern unter 2 Jahren

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  • Tina Groll über den Equal Care Day bei chefin.de
  • .

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Wer unseren Aufruf Anfang des Jahres gelesen hat und über die Aufteilung von Familienarbeit und Equal Care gebloggt hat

- bitte sehr gerne hier in den Kommentaren verlinken - Dankeschön! 🙂

 

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7

Ihr seid ein Paar bzw. Du lebst in einem Haushalt, in dem sich alle für die alltäglich anfallende Care Arbeit (Kinder, Küche, Kleidung, Krankheit, Klo…) zuständig fühlen und um eine faire Aufteilung bemüht sind?

Wir wollen am Equal Care Day 2017 (weil es kein Schaltjahr ist, fällt er dieses Mal auf den 1.März) zeigen, dass Equal Care möglich ist. Wir wollen Menschen vorstellen, die Equal Care leben, und Eure ganz individuelle Umsetzung im Alltag kennenlernen. Mit Hilfe der untenstehenden Fragen möchten wir erfahren, wie Dein Equal Care Alltag aussieht, welche Schwierigkeiten und welche Vorteile diese Aufteilung mit sich bringt, welche Fragen damit verbunden sind, und was Deiner Meinung nach Politiker*innen bei den Themen Vereinbarkeit, Pflege und GenderCareGap übersehen.

Am 1. März 2017 werden wir möglichst viele Menschen mit ihren Antworten >hier< vorstellen und auf ihre Seiten und Blogs verlinken. Deshalb freuen wir uns, wenn Dich das Thema interessiert.

Wer mag, kann unter http://equalcareday.de/fragen-zum-equal-care-day/ nachlesen, um ins Thema und in ein Gespräch darüber reinzukommen.

Unsere Fragen gibt es als pdf-Datei zum Download: *klick*

Hashtag: #equalcareday

Falls Du Dich mit den Fragen in einem Blogpost befasst hast, bitte gerne den Link hier in die Kommentare posten.

Vielen Dank und schöne Grüße

schickt

das Equal Care Day-Team

 

Fragen zu Deinem Equal Care Alltag:

  1. Wie ist die CareArbeit bei Euch zuhause auf die Erwachsenen verteilt? Gibt es feste Zuständigkeiten?
  2. Warum teilt Ihr Euch anfallende CareArbeit untereinander auf? Welche Vorteile habt Ihr dadurch?
  3. Welche Nachteile und Schwierigkeiten gibt es, welche Hürden?
  4. Wäre es nicht praktischer, eine Person des Haushalts würde sich alleine darum kümmern und so auch den Überblick und die Verantwortung behalten?
  5. Wodurch / Wann stoßt Ihr an Grenzen der fairen Aufteilung?
  6. Leben Kinder in Eurem Haushalt? Hat sich die Verteilung der CareArbeit verändert im Vergleich zur Zeit ohne Kinder?
  7. Was hat sich verändert mit dem Älterwerden der Kinder? Musste die Aufteilung in Frage gestellt und evtl. neu verteilt werden?
  8. Welche Reaktionen bekommst Du von anderen für Dein Tun als Mann*  ☐ /
    bzw. als Frau* ☐ ?
  9. Erzähle von einer Situation, ein Gespräch, in dem Du eine positive und eine, in dem Du eine negative Reaktion erfahren hast.
  10. Was würdest Du Deinem jüngeren Ich mit auf den Weg geben, das weder Kinder hat noch in einer Partnerschaft lebt, wie es mit dazu beitragen kann, dass Equal Care gelingen kann?
  11. Was wünschst Du Dir von Politiker*innen?
  12. Was wünschst Du Dir von anderen Entscheidungsträger*innen?
  13. Was wünschst Du Dir konkret für  Deinen Alltag anlässlich des Equal Care Day 2017?

2017-equalcareday-fragebogen

Falls Du selbst bloggst und anlässlich des Equal Care Day 2017 über Carearbeit schreibst oder andere Wege hast, auf das Thema aufmerksam zu machen, dann freuen wir uns, wenn Du es mit dem Hashtag #equalcareday verknüpfst und andere einlädst, sich mit den o.g. Fragen auseinanderzusetzen. - Vielen Dank!

Eine neue Studie zum PayGap beim Taschengeld

Jedes Jahr, wenn der Equal Pay Day begangen wird (der nächste liegt auf dem 18.März 17), beginnt sie von Neuem, die Diskussion um den Gender Pay Gap. Eine neue Studie widerlegt erneut alle Argumente, die je nach Wetterlage mal lauter, mal leiser gegen den Lohnunterschied aufgrund des Geschlechts hervorgebracht werden und Initiativen den Wind aus den Segeln nehmen wollen. Die fünf beliebtesten noch einmal kurz zusammengefasst:

  1. "Aber es sind doch gar keine 21%, es sind doch "nur" x* % Unterschied!" *beliebige Zahl 0<x<21
  2. "Frauen fallen nun mal wegen der Kinder länger aus, das liegt in der Natur der Sache."
  3. "Frauen wählen häufiger Halbtagsstellen, soll das auch noch belohnt werden?"
  4. "Frauen wählen die falschen Jobs, selbst Schuld, wenn sie in Branchen einsteigen, in denen nun mal weniger verdient wird"
  5. "Frauen verhandeln eben schlechter!"
Fotocredit: Foto, (license)
Foto via photopin, (2.0 license)

Zu 1)  -  Eigenartige Strategie, einen Missstand widerlegen zu wollen, als ob weniger Unterschied kein Unterschied und damit fair wäre. Und wenn der Unterschied nur bei 3% liegt, hat der Equal Pay Day doch trotzdem seine Berechtigung!

zu 2) + 3)  -  Frauen kümmern sich häufiger um Kinder, Kranke, Alte, Pflegebedürftige - soll das auch noch bestraft werden? (Wir verweisen dezent auf den Equal Care Day, eine der Hauptursachen für den PayGap.)

zu 4)  -  Stimmt nicht, auch in MINT-Berufen verdienen Frauen weniger als ihre Kollegen, in derselben Branche, in vergleichbarer Position.  > Studie

zu 5) - stimmt nicht. Weder fragen sie seltener nach einer Gehaltserhöhung, noch verhandeln sie defensiver. > Studie

Mädchen bekommen weniger Taschengeld als Jungen

Wer weiterhin argumentiert, Frauen seien selbst Schuld, dass sie im Durchschnitt weniger verdienen als Männer, möge einen Blick in die Kinderzimmer werfen. Schon hier gibt es den Gender Pay Gap: Mädchen bekommen im Durchschnitt weniger Taschengeld als Jungen.

Das zeigte schon eine Studie in 2009, auch in einzelnen Städten wurden Unterschiede belegt (z.B. in Frankfurt a.M.), und jetzt zeigt eine neue: bei den 16-25 Jährigen beträgt der Unterschied 19%. Jungen dieser Altersspanne in Deutschland haben im Durchschnitt 345 Euro zur Verfügung und Mädchen 291 Euro - für 44% ist das Taschengeld der größte Posten.

Keins der o.g. Argumente greift:

Eigenen Nachwuchs, um den sich gekümmert werden muss, gibt es bei Kinder noch nicht (auch bei den bis zu 25-Jährigen wohl eher die Ausnahme als Ursache für den Gap), auch keine zu pflegende Schwiegermutter. Am falschen Beruf kann es auch nicht liegen, dass Mädchen weniger Taschengeld bekommen. Möchte jetzt noch jemand an Punkt 5 festhalten und den Gender Pay Gap damit begründen, dass Mädchen eben zu schlecht über die Höhe ihres Taschengelds verhandeln? Verlangen wir also wirklich von Mädchen, gefälligst selbst darum zu kämpfen, mehr Geld zu bekommen, damit Erwachsene keinen Unterschied machen, wenn sie Kindern den Umgang mit Geld vermitteln und ihnen eigenes zur Verfügung stellen?

Und es gibt eine weitere Erklärung, warum die Spanne über das Taschengeld hinaus noch größer wird, warum Jungen insgesamt mehr Geld zur Verfügung haben als Mädchen: Töchter müssen sich häufiger um jüngere Geschwister kümmern als Söhne. Jungen werden stattdessen mehr Jobs im Haushalt zugewiesen (z.B. Rasenmähen, Auto putzen) die den Erwachsenen offenbar Geld wert sind, ganz im Unterschied zum Wickeln, Schuhe binden, Zähne nachputzen, Brei löffeln. Womit wir wieder beim Equal Care Day wären…

 

 

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Gastbeitrag von Tine Haubner

Foto , cc by Oiluj Samall Zeid
Foto , cc by Oiluj Samall Zeid

Angehörige stemmen in der BRD nach wie vor den Großteil häuslicher Pflegearbeit: 2013 wurden mehr als zwei Drittel aller Pflegebedürftigen (das entspricht 71% oder 1,86 Millionen) häuslich versorgt, davon 47% ausschließlich informell durch Angehörige und 23% in einer Kombination aus ambulanten Diensten und Angehörigen (Statistisches Bundesamt 2015). Die Angehörigen können dabei nicht nur als „größter Pflegedienst der Nation“ (vgl. Klie 2014), sondern vor allem als kostengünstigster Anbieter pflegerischer Versorgungsdienstleistungen gelten ─ und sie sind überwiegend Frauen. Die Mehrheit der pflegenden Angehörigen ist weiblich, zwischen 40 und 64 Jahre alt, verheiratet, durchschnittlich mindestens 20 und bis zu 40 Stunden pro Woche in die Pflege eingebunden und pflegt im Schnitt zwischen fünf und acht Jahre lang. Mehr als die Hälfte versucht dabei, Erwerbsarbeit und Pflege zu vereinbaren ─ ein Anspruch, der einer Quadratur des Kreises gleicht, denn mit einem wöchentlichen Zeitaufwand von bis zu 84 Stunden entspricht die häusliche Pflege mitunter sogar mehr als einer Vollzeiterwerbstätigkeit (Blinkert/Klie 2006).

Gesundheitliche Belastung und Armutsrisiko

Die Übernahme von Pflegeverantwortung ist deshalb für viele Frauen mit dem vollständigen Abbruch der Erwerbstätigkeit und Inkaufnahme finanzieller Nachteile verbunden, vor allem wenn es um die zeit- und kraftzehrende Betreuung demenzkranker Angehöriger geht, die nur minimal mit Leistungen der Pflegeversicherung „ergänzt“ wird. Zu diesen arbeitsmarktbezogenen Nachteilen kommt, dass pflegende Angehörige zahlreichen Gesundheitsbelastungen ausgesetzt sind: Sie klagen über eine Schwächung des Immunsystems, die Erhöhung des Blutdrucks und der Herzfrequenz, leiden unter depressiven Symptomen und Beziehungsproblemen und weisen insgesamt mehr körperliche und psychische Beschwerden auf als die Durchschnittsbevölkerung (vgl. Fringer 2011). Frauen pflegen dabei nicht nur am häufigsten, sondern sind im Vergleich mit pflegenden Männern stärker belastet und erleben subjektiv auch mehr Stress. Häusliche Pflege zu übernehmen, bedeutet also insbesondere für Frauen, sich enormen Belastungen auszusetzen und nicht selten Armut zu riskieren.

und was unternimmt der Staat?

Einem „aktivierenden Staat“, der an einer Geringhaltung der Pflegekosten interessiert ist, kommt diese „privatistische Pflegekultur“ (Evers 1997) äußerst entgegen. Aus diesem Grund sucht er unter dem Druck von demographischem Wandel und Fachkräftemangel, die Pflegeübernahme von Angehörigen, Freunden, Nachbarn, Ehrenamtlichen ─ kurzum möglichst kostengünstigen „guten Geistern“ ─ verstärkt zu fördern (Dyk et al. 2016). Um dieses „informelle Pflegepotenzial“ zu erhalten und auszubauen, wird nämlich vom Gesetzgeber eine bemerkenswerte Wahlfreiheit in Bezug auf materielle Anreize und professionelle Entlastung geboten. So besteht für Leistungsberechtigte der Pflegeversicherung eine für die Gesundheitsversorgung beispiellose Option: Sie können zwischen Sachleistungen, Geldleistungen oder einer Kombination beider wählen. Auf der anderen Seite wurden systematische Zugangsbeschränkungen in Bezug auf die vollstationäre Pflege erlassen. So werden Leistungen für eine vollstationäre Versorgung nur dann gewährt, wenn häusliche Versorgung nicht möglich ist, außerdem müssen die Kosten für Unterkunft und Verpflegung privat getragen werden und die familiären Hilfeleistungen gelten gegenüber der Inanspruchnahme sozialer Dienste als „obligatorisch“. Trotz Wahlfreiheiten entscheidet sich allerdings noch immer die Mehrheit der pflegenden Angehörigen für Geldleistungen und das, obwohl deren Wert nur beinahe die Hälfte der gewährten Sachleistungen beträgt. Warum ist das so? Weil u.a. die Pflegeversicherung als Teilkaskoleistung nur einen Bruchteil der anfallenden Kosten übernimmt und weil sich die pflegerische Versorgung von Menschen nicht in modularisierter Minutenpflege erschöpft.

Es sind demnach nicht nur das vierte Gebot und eine geschlechtsspezifische Rollenverteilung, die überwiegend weibliche Angehörige zur Pflegeübernahme motivieren, sondern schlicht finanziell bedingte und dem jeweiligen Pflegebedarf korrespondierende Zwänge, die aus politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen resultieren. Häusliche Pflege durch Angehörige ist damit nicht nur ein weiteres Beispielterrain geschlechtsspezifisch ungleich verteilter häuslicher Sorgearbeit. Sie verdeutlicht zudem den Einfluss eines nationalspezifisch „konservativen“ Pflegeregimes, welches die steigenden Pflegebedarfe einer alternden Bevölkerung noch immer erfolgreich in die Obhut privater Haushalte, und dabei überwiegend an Frauen, delegiert.

Tine Haubner arbeitet am soziologischen Institut in Jena, wo sie u.a. zu Sorgearbeit und ihrer Krise lehrt und forscht.

Daneben engagiert sie sich im bundesweiten Netzwerk Care Revolution.


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Literatur:
Evers, Adalbert (1997): Geld oder Dienste? Zur Wahl und Verwendung von Geldleistungen im Rahmen der Pflegeversicherung. In: WSI Mitteilungen. 7. S. 510-518.

Statistisches Bundesamt (2015b): Pflegestatistik 2013. Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung. Deutschlandergebnisse. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/
Thematisch/Gesundheit/Pflege/PflegeDeutschlandergebnisse5224001139004.pdf?__blob=publicationFile Abrufdatum: 21.03.2016.

Klie, Thomas (2014): Wen kümmern die Alten? Auf dem Weg in eine sorgende Gesellschaft. München: Pattloch.

Blinkert, Baldo/Klie, Thomas (2006): Die Zeiten der Pflege. In: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie. 39. S. 202-210.

Fringer, André (2011): Pflegenden Angehörigen ehrenamtlich helfen. Bürgerschaftliches Engagement im Spannungsfeld öffentlicher Interessen. Marburg: Tectum.

Dyk, Silke v./Dowling, Emma/Haubner, Tine (2016): Für ein rebellisches Engagement. In: Blätter für deutsche und internationale Politik. 2. S. 37-40.

Grundeinkommen und Carearbeit

In der Kontroverse um das bedingunsglose Grundeinkommen kommt das Thema Carearbeit / Fürsorgearbeit zu kurz. 2013 gab es dafür in der Schweiz, wo die Debatte weiter fortgeschritten ist, sogar eine Rüge der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) - die Politsendung "Arena" wurde für ihre einseitige Darstellung des Themas kritisiert.

Es steht inzwischen außer Frage, dass diese Arbeit zentral ist und den mit Abstand größten Wirtschaftssektor bildet. Trotzdem wird Arbeit immer noch stillschweigend mit Erwerb gleichgesetzt. Ina Praetorius

Kurzinterview, Zeitungsartikel: carearbeit - ein kärtchen zum dank genügt
Foto: @MadmenNa

Boys'Day

Vor kurzem fanden der Girls' und Boys'Day statt, ein Tag, an dem Mädchen und Jungen nahegelegt wird, sich in "geschlechtsuntypischen" Berufen umzusehen, also Mädchen zum Beispiel im MINT-Bereich (Mathe-Informatik-Naturwissenschaften-Technik) und Jungs zum Beispiel im Care-Bereich.

Im Rahmen der Evaluation des Boys'Day wurden Jungen dazu befragt, wie sie sich die Arbeitsteilung in einer späteren Partnerschaft vorstellen. 70% gaben an, dass sie sich gleichberechtigt um ihre Kinder kümmern wollen, immerhin 12% sagen, dass sie sich selber zum größeren Teil um ihre Kinder kümmern wollen. Allerdings geht die Hälfte der Jungen auch davon aus, dass sie selbst wohl größtenteils das Geld verdienen werden.

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Empathie

Im Netzwerk Xing erschien ein umstrittener Artikel mit dem Titel "Zu viel Empathie hilft niemandem" von Myriam Bechtoldt. Die Autorin meint: "Mitfühlende Menschen verdienen weniger Geld, weil sie weniger einfordern."

Ist das so? Und wenn ja: warum lassen wir zu, dass Mitgefühl und Empathie in unserer Gesellschaft zu einem (finanziellen) Makel werden?

 

Altruismus

Wir werden geboren als Altruisten, nicht als Egoisten!

Eine arte-Doku vom Februar 2016 fasst zusammen: "Seit rund 20 Jahren widerlegen Forschungsergebnisse die These von einem universellen Egoismus. Psychologen, Neurowissenschaftler und Primatenforscher fanden heraus, dass sogenanntes prosoziales Verhalten wie Mitgefühl, Altruismus, Hilfsbereitschaft und die Fähigkeit zur Kooperation zu den fundamentalen Eigenschaften des Menschen zählen."

EqualCare

Von Studierenden (Lotta Güldenring, Miriam Kloos, Xenia Mochmann und Moritz Pöhlig) der design akademie berlin, Hochschule für Kommunikation und Design ist dieser kurze Videoclip in Sachen GenderCareGap und Vereinbarkeit. Er ist Teil der bundesweiten Kampagne "Mir.Fehlt.Was. - Aktiv gegen Frauenarmut", der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbeauftragter. Leider setzt er auf das Klischee des unempathischen Mannes, dem Karriere vor Familie geht. Dass Arbeitsbedingungen, Rentensystem, Ehegattensplitting und Familienpolitik das traditionelle Rollenmodell unterstützen, gerät dabei einmal mehr aus dem Blick.

 

Und ein Termintipp zum Schluss:

am 21. + 22. Mai findet das CareCamp Köln statt. Das Barcamp zur Vernetzung im Gesundheitswesen. Für Pflegende, Mediziner und alle anderen Akteure. #cck16

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Der PayGap sei eine Mär, die Debatte rund um den Equal Pay Day sei überholt, es sei doch eigentlich (wenn überhaupt) ein Kinder-Gap, eine Benachteiligung derer, die der Familie wegen zurücktreten, egal ob Mann oder Frau. (Quelle Fokus; Quelle DieZeit; Quelle fischundfleisch)

Doch erst gestern noch habe ich einen Tweet meiner Timeline weiterverbreitet, über eine Studie mit dem Fazit: Steigt der Frauenanteil, sinkt der Lohn, "Wo viele Frauen beschäftigt sind, meinen Arbeitgeber offenbar, weniger zahlen zu müssen." (>zum Artikel)

Auffällig auch: Wer den PayGap als verlogenen Rechenfehler outen möchte, lässt Studien zu Gender Status Beliefs völlig außer acht (z.B. das Heidi Roizen-Experiment). Und sollte es tatsächlich keine glaubwürdige Gegenstudie geben zur Aussage, Frauen ohne Kinder spürten so gut wie keinen #PayGap (0-2% Lohnlücke), so ist doch die Aggression zwischen den Zeilen erstaunlich: Lüge, feministische Rechentricks, können nicht logisch denken, Ideologie…

Sagen wir also, es gibt gar keine ungleiche Bezahlung zwischen Mann und Frau, ignorieren wir also den Renten-PayGap von 60%, der sei eben verursacht durch Teilzeit und Ehegattensplitting und hätte nichts mit ungleicher Bezahlung zu tun. Lassen wir auch mal außen vor, dass Männer früher und in größerer Zahl in Führungspositionen landen, selbst in Bereichen, in denen mehr Frauen arbeiten (z.B. Kita), dass Auszeiten wegen Kindern bestraft werden, dass (unsichtbare) CareArbeit (zu 80% von Frauen ausgeführt) in unserem Lohnsystem nur wenig zählt. Was bleibt: der Verdienst in MINT-Berufen ist höher als in Berufen mit geisteswissenschaftlichem Studium, und wer Steine hebt bekommt eine Zulage, wer dagegen Menschen hebt, der_m ist das in die Wiege gelegt. Und so werden mit kräftiger finanzieller Unterstützung des Gendermarketing Puppen wieder verstärkt als Mädchenspielzeug und Technikbaukästen als "Jungsinteressen" verkauft - und die Mehrheit der Erwachsenen stimmt dem zu.

bügeln

In der Debatte um den PayGap heißt es dann:

Wenn all das trotzdem kein Anlass sein soll, an einem EqualPayDay auf einen PayGap aufmerksam zu machen, weil doch die Ursache - nur? - in den Rollenbildern liegt, es ein FamilienGap ist, ein Sich-um andere-KümmernGap, beruflich wie privat. Dann bleibt doch trotzdem: das Gap. Das Weniger-Rente-Gap, das weniger Geld-zur-Verfügung-Gap, das Weniger-Mitspracherecht-durch-weniger-gut-dotierte-Stelle-Gap. Warum also die Gegenwehr? Warum nicht Vorschläge, wie die Misere so formuliert und thematisiert werden könnte, dass es keine Missverständnisse darum gibt? Dass wir uns gemeinsam dran machen könnten, diese Lücken, wie auch immer eins sie benennen möchte, zu verkleinern?

Und nur mal so nebenbei: Bloß weil es eine stichhaltige Erklärung für einen Missstand gibt, bedeutet das schließlich nicht, dass die Ungerechtigkeit damit aus der Welt sei, sie ist immer noch vorhanden.

Die gute Nachricht: Wer sich also an der Berechnung des EqualPayDay, dem Vergleich des bloßen Bruttoeinkommens stört und lieber über Rollenbilder sprechen möchte, kann sich ja gerne in Zukunft auf den Equal Care Day konzentrieren.

Die schlechte Nachricht: auch beim GenderCareGap liegt die Ursache an der ungleichen Verteilung von Last und Lohn.

 

Foto , cc by Tengrain
Foto , cc by Tengrain

 

Nachtrag vom 2.4.16: Auch die hier zitierte Studie zeigt, dass es selbst im gleichen Berufsfeld eine genderpaygap gibt: "when it comes to women's pay, computer programming is the most unfair occupation in America. On average, a woman makes 28 percent less than a man with the same job -- and the same education, years of experience and age, among other factors"

(Dieser Artikel wurde zuerst auf mach-mir-die-welt.de veröffentlicht)

Equal Pay und Equal Care sind miteinander verknüpft. Solange CareArbeit und vor allem unsichtbare CareArbeit (was ist das denn?) derart geringgeschätzt werden, dass sie bei der Berechnung der Rente kaum ins Gewicht fallen, braucht es den Equal Pay Day, der an dieses Missverhältnis erinnert.

80% der Fürsorgearbeiten werden von Frauen übernommen, das sind die Zahlen für den professionellen Bereich, Carearbeit im privaten und ehrenamtlichen Bereich ist hier noch gar nicht mitgerechnet. Dieser Arbeit fehlt es an Annerkennung und angemessenen Gehältern. Denn Geld gilt als Zeichen sozialer Wertschätzung. Verantwortungsvolle Aufgaben werden mit höheren Gehältern belohnt, demnach messen wir professioneller Pflege, Erziehung von Kindern, Fürsorge für Menschen offenbar weniger Verantwortung zu, als dem Umgang mit Geld und Wertpapieren, mit Maschinen und IT-Netzwerken.

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