"Der Bedarf an sozialen Praxen der Selbstsorge und des Sorgens für andere ist sehr groß und wächst aus demographischen Gründen zunehmend. Daraus ergibt sich aus meiner Perspektive als übergeordnetes diskurs- und realpolitisches Ziel die gesellschaftliche Aufwertung ‚sorgender Verantwortung‘. So ist es dringend geboten, personennahe Dienstleistungen durch bessere Bezahlung, eine höhere soziale Anerkennung und bessere Ausbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten aufzuwerten. An  anderer Stelle, habe ich mit meinem Kollegen Jens Krabel für eine öffentlichkeitswirksame diskursive Forderung einer Männerquote im Care-Bereich votiert und vorgeschlagen, diese mit einer Frauenquote auf der Leitungsebene zu verknüpfen. Gleichzeitig sollten passende Anlässe dafür genutzt werden, für diese Quoten einzutreten. Wir haben den ‚Weltfrauentag‘, den ‚Equal-Pay-Day‘, die verschiedenen nationalen und internationalen Männertage und auch den Girls’ Day bzw. den Boys’ Day als gut geeignet befunden, um öffentlichkeitswirksam für eine Männer-Quote im Care-Bereich zu streiten. Alle vier Jahre ein ‚Equal-Care-Day‘ scheint mir, - vor allem organisatorisch betrachtet - eine noch deutlich bessere Idee zu sein! Mit einem öffentlichkeitswirksamen Diskurs verbinde ich die Hoffnung, dass die weiterhin vorhandenen geschlechtsbezogenen Ungerechtigkeiten, aber auch die Vereinbarkeitsproblematik von Männern im öffentlichen Diskurs sichtbar und damit politisch bearbeitet werden."

Michael Cremers

Michael Cremers

Sozialwissenschaftler; seit 2010 inhaltliche Leitung der an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin angegliederten  Koordinationsstelle ‚Männer in Kitas‘, die mittlerweile in Koordinationsstelle ‚Chance Quereinstieg / Männer in Kitas‘ unbenannt wurde.