Das Ziel ist klar und für alle Beteiligten gleich: das Wohlergehen des Kindes. Welche Rolle spielen dabei Mütter, Väter, Tageseltern, Omas, Opas und pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen? Ganz am Anfang und in den kommenden Jahren? Und wie lässt sich dieses neue Familienleben vereinbaren mit den Anforderungen der Berufswelt und Gesellschaft, den eigenen Ansprüchen? Und weg vom Inidividuum: Was lässt sich tun gegen die nach wie vor strukturelle Benachteiligung von Familien, insbesondere von Müttern? Welche Anreize braucht es, dass sich Männer stärker einbringen in die Familienarbeit, in die menschenbezogene Care-Arbeit?

Heiner Fischer

#papasvonheute #MentalLoad #vereinbarkeit

Heiner Fischer, 36 Jahre, ist Sozialarbeiter und bloggt unter vaterwelten.de über Familienarbeit und Vereinbarkeit aus Vaterperspektive. Zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern lebt er in Krefeld und nimmt eine lange Elternzeit.

Protokoll

Datum: 29.02.2020
Protokollantin: Antonia Mohr

Vorstellungsrunde

Heiner Fischer: Referent → Hausmann, bloggt über die Vaterschaft, aktiver Vater

Heiner formuliert das Ziel individuelle Lösungsansätze zu erarbeiten, um diese ins Manifest zu überführen. Wie können wir unser Wissen weitergeben? Wie bekommen wir den Stein ins Rollen?

Wer ist an dem Workshop beteiligt? → Spiel zum Kennenlernen

Wertestrahl

 Fühle ich mich in meiner Care-Arbeit wertgeschätzt?

Ergebnisse des Wertestrahls:

  • Mehrfachbelastung & finanzielle Wertschätzung
  • Unterschiedliche Wertschätzung in verschiedenen Bereichen beruflich/privat, unterschiedliche Verteilung
    → Beruflicher Erfolg wird geschlechtertypisch anders wahrgenommen
    → Vereinbarung Vollzeitjob und Kinder bei Frauen
  • Überlastung wird nicht gesehen
  • Sichtbarkeit durch das Internet
  • Mann der viel macht ist ein Held für das was er macht, Frau wird für selbe Tätigkeiten nicht wertgeschätzt
  • Beitrag des Manns: Fühlt sich manchmal auch nicht gesehen/wertgeschätzt weil er anders an Erziehungsaufgaben herangeht
    → Buchtipp „Neue Väter brauchen neue Mütter“ →  Väter beim Kinderarzt werden nicht so ernstgenommen wie Mütter

Paararbeit

Wo bist du unsichtbar?
Was bedeutet Sichtbarkeit?
(Es wurde sich aufgrund des Zeitmangels gegen die Paararbeit entschieden und direkt an eine gemeinsame Formulierung der Forderungen für das Manifest gemacht)

Formulierungen für das Manifest (erste Ideensammlung):

  • Politik muss mehr Gesetze schaffen, um Care-Arbeit zu entlasten
  • Verpflichtende Elternzeit
  • Elterngeld
  • Mutterschutz auch für Väter
  • Kein Mutterschutz für Selbständige
  • Früher kein Mutterschutz für Student*innen
  • Neuordnung der Familienleistung
  • Kinderpflegegeld
  • Rentenpunkte ab erste Stunde Pflege

Forderungen:

  1. Verpflichtender Elternschutz ab der Geburt
    • 8 Wochen
    • Voller Lohnausgleich
    • Für beide Elternteile
    • Unabhängig vom Angestelltenverhältnis
    • Als Weiterführung des Mutterschutzes
    • Gleichberechtigte Entlastung/ Anreizmodell (finanziell?) / keine starren Forderungen, sondern flexible Modelle
    • Große Firmen zur Vorreiterrolle verpflichten
    • Verschiedene Lebensphasen
    • Pflegezeitkonto
  2. Forderung: (Öffentlichen finanzierte) Arbeitgeber*innen zahlen vollen Lohnausgleich in der Elternzeit
  3. Familienleistung bündeln/ abschaffen/ neu organisieren und ein Pflegegeld einführen
  4. Ehegattensplitting abschaffen
  5. Einführung Care Soli
  6. Rentenanwaltschaft an Care Arbeit koppeln
  7. Gender und Diversitätssensible Pädagogik entlang der gesamten Bildungskette
  8. Anreize für partnerschaftliche Aufteilung der Familienarbeit auch bei getrennten Eltern
  9. Niedrigschwellige praktische Hilfen
  10. Elterngeldleistung an die partnerschaftlichen Aufteilung der Familienarbeit koppeln
Protokoll als PDF