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FAQ: Wie kommt Ihr auf die 80%?

Der Equal Care Day

bezieht sich auf private, berufliche und ehrenamtliche Carearbeit.

Er macht auf ihre mangelnde Wertschätzung und ungleiche Verteilung aufmerksam: Den Großteil dieser Arbeit übernehmen Frauen, mit 80 % also 4x so viel wie Männer. Deshalb wird der Equal Care Day am 29. Februar, also alle 4 Jahre, im Schaltjahr begangen.

Untersuchungen trennen in der Regel in private Carearbeit (und unterteilen hier weiter in Haushalt, Kindererziehung, Pflege von Angehörigen, Ehrenamt) und in berufliche Sorgearbeit (die Erwerbsarbeit von Fachkräften in Kindertagesstätten und Schulen, Pflegekräften in Krankenhäusern, Seniorenheimen, in der häuslichen Pflege, medizinische Gesundheitsberufe, …) Eine zusammenfassende Studie oder statistische Auswertung, die Fürsorgearbeit, das Sich um Menschen kümmern, ob mit oder ohne Bezahlung, ob ehrenamtlich oder privat, eine Zusammenfassung des gesamten Gender Care Gap, die gibt es bisher nicht.

Deshalb hier eine Auflistung der einzelnen Ergebnisse:

  • Insgesamt sind 20% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Care-Bereich tätig. Während 34% der beschäftigten Frauen in diesem Bereich arbeiten, haben nur 8% der beschäftigten Männer einen Careberuf gewählt.  (Quelle: Bundesagentur für Arbeit. Beschäftigte nach Berufen. Stichtag 30. Juni 2017)

(In dieser Zahl bereits enthalten sind alle Ober- und Chefärzte, Radiologen, Zahntechniker und Optiker, die in ihrem Alltag mit Pflege eher wenig zu tun haben, sodass die Zahl weiter steigt, berechnet man reine "körpernahe" CareArbeit)

Im Detail:

  • 86% der Pflegekräfte in Krankenhäusern sind weiblich www.destatis.de
  •  86% der Beschäftigten in Pflege- und Gesundheitsberufen sind Frauen;
  • darunter z.B. der Bereich Altenpflege: zu 85% Frauen
  • Reinigungsberufe: 75% Frauen

Arbeit mit Kindern:

  • Lehrberufe: 59% Frauen, davon Grundschule: 83% (Bundesagentur für Arbeit. Beschäftigte nach Berufen. Stichtag 30. Juni 2017)
  • über 90% weibliche Lehrkräfte an Grundschulen in NRW
    (www.it.nrw.de, Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen)
  • 95% weibliche Erzieherinnen in Kitas bundesweit
    (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2015)

Eltern:

  • Frauen verbringen doppelt bis dreimal so viel Zeit mit Kinderbetreuung
    (WSI-Report 11/2014, je nach beruflicher Arbeitszeit der Eltern, deutliche Unterschiede zwischen Ost & West)
  • Dazu auch das Gutachten zum zweiten Gleichstellungsbericht des Bundesfamilienministeriums 2017: "In Paarhaushalten mit Kindern fällt die meiste Care-Arbeit an. Mütter verrichten in dieser Konstellation täglich 2 Stunden und 30 Minuten mehr Care-Arbeit als Väter, sodass der gesamte Gender Care Gap für Personen in Paarhaushalten mit Kindern 83,3 % beträgt."
  • "Der größte Gender Care Gap (110,6 %) zeigt sich im Alter von 34 Jahren: Frauen leisten dann durchschnittlich 5 Stunden und 18 Minuten Care- Arbeit täglich, Männer dagegen nur 2 Stunden und 31 Minuten." (ebd)
  • Care-Arbeit in Prozent laut OECD Gender Brief, 2010:
    bei einem Kind Männer 6%, Frauen 14%
    bei zwei und mehr Kindern Männer 8%, Frauen 21%
  • 69 % der Mütter und 6 % der Väter sind in Teilzeit tätig (DESTATIS, Pressemitteilung Nr. 346 vom 14.09.2018)

     

Es gibt weitere Quellen, die alle ein ungefähres 4:1 Verhältnis bei CareArbeiten belegen. Letztlich geht es uns aber um die Symbolik des Tages, um den kausalen Zusammenhang zwischen PayGap und CareGap, um den eklatanten Gender Care Gap und die insgesamt mangelnde Wertschätzung dieser Arbeit.

 

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