Equal Care Day
Newsletter

Liebe Equal Care Day-Unterstützer*innen,

mit diesem Newsletter sagen wir herzlich Danke an alle, die den 'Equal Care Day’ in den vergangenen Monaten unterstützt haben, und schauen zurück auf die so bunte, aktive und inspirierende Online-Konferenz vergangenen Donnerstag. Über das große Interesse haben wir uns sehr gefreut! Wir haben hier einige der Informationen aus den Kleingruppen und dem Chat zusammengetragen, möchten aber zunächst einen Ausblick auf die anstehenden Pläne und Herausforderungen geben und verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung und Kooperation anbieten.

Ende des Förderzeitraums zum Equal Care Day 2020

Die Online-Konferenz in Vorbereitung des 'Equal Care Day 2021' war der letzte Programmpunkt, den wir im Rahmen der Modellförderung durch die Bundeszentrale für politische Bildung durchführen konnten. Das Ziel dieser gut anderthalbjährigen wunderbaren Kooperation war, den 'Equal Care Day' inhaltlich so bekannt, relevant und organisatorisch so stark zu machen, dass die Initiative auch in den kommenden Jahren Bestand haben wird. Auch wenn noch viele Fragen offen sind, mit den vorbereitenden Netzwerktreffen im vergangenen Jahr, der zweitägigen Konferenz in Bonn und den vielen Veranstaltungen im Februar 2020 in den unterschiedlichsten Städten, mit dem 'Manifest der Vielen' im Mai und dem Online-Meeting vergangenen Donnerstag ist die Basis dafür geschaffen, und wir freuen uns auf die weitere gemeinsame Arbeit!

… den Equal Care Day 2021 im Blick!

2016 hatten wir einfach mal behauptet, dass am 29. Februar 'Equal Care Day' sein möge, der unsichtbare Tag als Symbol für die unsichtbare (Sorge-)Arbeit. Und die mediale, politische und wissenschaftliche Resonanz hat dazu geführt, dass diese Idee von vielen umgesetzt wurde. Und so ist seither der Schalttag, der 29. Februar tatsächlich ein Aktionstag für mehr Wertschätzung, Sichtbarkeit und eine faire Verteilung der Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern, zwischen arm und reich, zwischen alteingesessen und zugezogen. 

In den fünf Jahren seit der ersten Ideenskizze, ist eine Initiative entstanden, die Menschen aus den unterschiedlichen Care-Bereichen zusammenführt in dem Bewusstsein, dass wir nur gemeinsam etwas erreichen können, dass wir uns nicht gegeneinander ausspielen lassen werden: junge Aktivist*innen und Wissenschaftlerinnen mit jahrzehntelanger Forschungserfahrung, Betroffene und Politiker*innen aus mehreren Generationen, Verbände, Organisationen und vor allem Menschen, die tagtägliche Sorgeverantwortung übernehmen. 

Nun ist es an der Zeit, die nächsten organisatorischen und inhaltlichen Schritte auf mehr Schultern zu verteilen. Das wird vielleicht nicht ganz einfach, weil das Thema so vielschichtig ist, Menschen so unterschiedlich betroffen, die Belastungen und Profite so ungleich verteilt sind, trotzdem sind wir guter Dinge! Wir möchten unsere Zusammenarbeit gerne festigen und institutionalisieren, wir wollen die Verantwortung teilen, inhaltlich, strategisch und strukturell, im Rahmen der Kerninitiative und im Auftreten nach außen, insbesondere Politik und Verbänden gegenüber.

Kalender, Forum & Newsletter

Bisher gibt es schon die Möglichkeit, eigene Veranstaltungen im Kalender der Equal Care Day-Seite zu bewerben und zu verlinken. Gerne möchten wir Ihnen auch die Möglichkeit geben, schon im Vorfeld mit anderen in Austausch zu gehen, Pläne zu diskutieren, interessierte Mitstreiter*innen zu finden und sich gegenseitig mit Ideen und Erfahrungen zu unterstützen. Dazu könnten wir unseren Newsletter als internen Verteiler nutzen und wir bieten ein zugangsbeschränktes Diskussionsforum auf unserer Website an. Zu allen drei Punkten freuen wir uns über Ihr Feedback, an welchen Möglichkeiten zur Interaktion Sie konkret interessiert sind: post@equalcareday.de.

Redaktionsteam

Wir möchten ein Team von Interessierten aufbauen, um gemeinsam Ideen (weiter) zu entwickeln und umzusetzen, uns regelmäßig auszutauschen über die längerfristige Ausrichtung der Initiative und mittelfristige Strategien zur nachhaltigen Organisation und Finanzierung des Equal Care Day. Bei Interesse an einer aktiven Mitarbeit bitte eine kurze Mail mit ein paar Stichpunkten zu Ihrer Person, Bezug zum Thema und Ihren Erwartungen an die Initiative: post@equalcareday.de.

Blog & Zeitschrift

Über das Jahr verteilt erscheinen im Monatsrhythmus Blogartikel und Tagebucheinträge aus der Care-Perspektive, außerdem Interviews mit den Kooperationspartner*innen. Diese Beiträge werden in einer Zeitschrift zusammengeführt, die jeweils rechtzeitig zum nächsten Equal Care Day erscheinen und versandt wird.

Materialboxen

Auf vielfache Nachfrage hin möchten wir Materialboxen zusammenstellen und anbieten, einmal mit Fokus 'Aufklärung' (z.B. für Workshops) und eine zweite 'Aktivismus' (für Veranstaltungen am 29.2. / 1.3.). Da wir weder Altpapier noch den hundertsten Kugelschreiber mit Logo produzieren wollen, freuen wir uns auf Vorschläge, Erfahrungen aus der Praxis und einen angeregten Austausch. Ideen und Wünsche bitte an: post@equalcareday.de.

Online-Konferenz & monatliches Meetup

Zur Vorbereitung des nächsten 'Equal Care Day', zur weiteren Vernetzung und Bündelung der Anliegen veranstalten wir jeweils im Oktober eine online-Konferenz für alle Netzwerkpartner*innen und neu Interessierte. Für individuelle Fragen und Wünsche wird es einmal pro Monat die Möglichkeit für ein virtuelles Meetup geben.

Finanzierung

Eine Möglichkeit wäre, all die Engagierten um einen finanziellen Beitrag zu bitten, eine Art Crowdfunding. Aber wer engagiert sich im Rahmen unserer Initiative? Zu einem großen Teil Menschen, die tagtäglich Care-Arbeit leisten. Sie zur Kasse zu bitten, würde bedeuten, die Logik des Systems zu reproduzieren und zu verfestigen. In unserem bescheidenen Rahmen wollen wir diese Verhältnisse aber umkehren. Im Idealfall würde der 'Equal Care Day' also von Unternehmen, staatlichen Institutionen und Privatmenschen finanziert werden, die in besonderer Weise von der aktuellen Organisation der Sorgearbeit profitieren und ihre Gewinne ziehen. Als Übergangslösung setzen wir auf größere Verbände, die durch ihr finanzielles Engagement möglich machen, dass wir kleinere Projekte und Initiativen vor Ort unterstützen mit Material, Hintergrundwissen und Know How. Dafür bieten wir verschiedene Kooperationsformen (Aktivist*in, Unterstützer*in, Kooperationspartner*in und Hauptsponsor*in) an. Die inhaltliche Grundlage einer jeden Zusammenarbeit bildet das ‘Manifest der Vielen‘ und das Selbstverständnis der Initiative.

Rückblick auf die Live-Online-Konferenz am 1. Oktober 2020

Damit diese Online-Konferenz überhaupt stattfinden konnte, war einiges an unsichtbarer und unterstützender Arbeit nötig: Michael Münz von der Deutschen Welle hat uns in die technischen Feinheiten der Zoom-Technologie eingewiesen; Jan Großmann und Jana Rapp haben hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf gesorgt; und Ute Lange hat uns allen die Bühne bereitet und eine Stimmung geschaffen, die all die angeregten und inspirierenden Gespräche erst möglich gemacht hat, vielen Dank!

Die Inputs im ersten Teil der Konferenz und die Moderation der Breakout-Sessions:
  • Katja Schülke, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte, Gertrud Hennen und Kathrin Böhnke vom Amt für Wirtschaftsförderung gaben einen Einblick, wie Bonn innerhalb der Stadtverwaltung für das Thema 'Equal Care' sensibilisiert wird.
    (Hier geht es zu den Präsentationsfolien)
  • Mit Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb Bundesfrauenvertretung und Lavanya Ferdinandz, Referentin für Frauenpolitik im dbb ging es um konkrete Möglichkeiten, das Thema 'Equal Care' im Unternehmenskontext aufzugreifen und Anknüpfungspunkte zu finden für eigene Aktionen.
  • Prof. Dr. Angela Häußler von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und Dr. Mareike Bröcheler von oikos-plus stellten das Gutscheinsystem für haushaltsnahe Dienstleistungen und andere Modellprojekte zu Equal Care vor aus der wissenschaftlichen Perspektive.
    (Hier geht es zu den Präsentationsfolien)
  • Anja vom feministischen Streik Köln und Kate vom Frauen*streik Bonn stellten das weltweit aktive Frauenstreikbündnis und seinen Bezug zur Care-Thematik vor.
  • Sascha Verlan zeigte die Möglichkeiten auf, sich aktiv in die Initiative 'Equal Care Day' einzubringen, insbesondere mit weiteren Projektideen, die auf der Internetseite vorgestellt werden können. Bisher finden sich dort die Aktionen Mental Load-Test, KneipenQuiz und die Galerie der unsichtbaren Arbeit
Und hier noch einige Links aus dem Chat

Das Equal Care - Manifest
Das Manifest ist auch als A3-Poster erhältlich

Das Magazin STREITKULTUR zum Equal Care Day (Download) herausgegeben von der Willi-Eichler-Akademie. Exemplare der Printausgabe können bei uns bestellt werden: post@equalcareday.de

Das Buch Equal Care. Über Fürsorge und Demokratie von Almut Schnerring & Sascha Verlan

Frauen in der Arbeitswelt
Die Studie „Frauen in der Arbeitswelt“ zeigt die Entwicklungen im Erwerbsarbeitsverhalten von Frauen in Österreich und die Bedeutung vielfältiger Arbeitszeitmodelle auf. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die damit zusammenhängenden Leitvorstellungen die Geschlechtergleichstellung eher behindern als fördern. Die Datengrundlage sind Gruppendiskussionen und Interviews mit insgesamt 30 Arbeitgeber/innen und 25 Arbeitnehmer/innen österreichweit sowie Analysen der Arbeitskräfteerhebungen 2008 bis 2018.
Forschungsbericht 32 (PDF)

Der Care-Rechner zur Übersetzung der geleisteten kostenlosen Mehrarbeit in einen Geldbetrag

Mental Lord Test für alle zum Ausdrucken

Im Zweiten Gleichstellungsbericht (an dem Uta Meier Gräfe mitgewirkt hat) werden viele Handlungsempfehlungen für ein Erwerb-uns-Sorge-Modell gemacht

Gespräch Dr. Sonja Bastin mit BM Hubertus Heil kürzlich über Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen. Er antwortet, dass er da dran sei und mit dem BMFSFJ ein Gutscheinmodell einführen will (im Video, auf YouTube Min. 9:30)

Frauen*streik/feministischer Streik Deutschland: Forderungen 2019

Gesellschaftsbewegende Ideen …. auch andiskutiert beim Feminist future Festival in Essen im September 2019: Frigga Haugg: Das 4 ins 1 Prinzip - Kompass für die politische Praxis

DGB (2020):  Gute Arbeit im Privathaushalt – ein Lösungsansatz mit großer Wirkung.  In: arbeitsmarkt aktuell, 2/2020. 

Informationen zu Modellprojekt Baden-Württemberg "Fachkräftesicherung über die Professionalisierung haushaltsnaher Dienstleistungen"

PM vom 08.06.2020 Familienorganisationen in NRW fordern - Familien brauchen nachhaltige Unterstützung

Bisherige Wünsche für eine Materialbox.
Wir bitten um Ergänzung
  • Bullshit Bingo (als Postkarte schon im Vereinsshop bestellbar)
  • Factcards
  • Laminierte QR Codes statt Flyer
  • Geschirrtücher mit Logo zum aufhängen ins Fenster ab 01.03.
  • Einladung zu einer Postkarten + Spülbürsten-Aktion:
    Idee: symbolisch am 01.03. Spülbürsten niederlegen vor dem Bundestag/Reichstag, oder übergeben an Person X aus der Politik. Ähnlich wie beim Roses Revolution Tag Menschen via SocialMedia zusammenbringen und beauftragen, die Bürsten abzulegen. Dezentral organisiert. Ansprechpartner:innen in den Städten, die die Bürsten entgegen nehmen und am Stichtag (01.03.) an einen bestimmten Ort bringen. Dazu jeweils Postkarten, auf denen steht, welche Care-Arbeit die Person leistet und am 1.3. bei sich bestreikt. Die Postkarten werden zusammen mit den Spülbürsten fotografiert und auf Social Media geteilt. Die ECD Initiative ruft dazu auf und verteilt diese Postkarten. Fotos davon sind dabei das wichtigste. Selbst wenn es nicht verschickt, sondern nur fotografiert wird: Hashtag #EqualcareDay oder # ??  dazu und in den sozialen Medien nutzen.

Wer weiter solche und andere Ideen mit uns diskutieren und umsetzen möchte: Das Redaktionsteam sucht Zuwachs, es trifft sich via Slack und in monatlichen Online-Meetings.

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Der Equal Care Day ist eine Initiative von klische*esc e.V., gemeinnütziger Verein zur Förderung von Wahlfreiheit jenseits limitierender Rollenklischees. Erste Vorsitzende: Almut Schnerring
Gensemer Straße 24, 53225 Bonn, post@equalcareday.de
Sie erhalten diese Nachricht, weil Sie sich für den Equal-Care-Day-Newsletter eingetragen haben, in der Vergangenheit Interesse an den Projekten von klische*esc. e.V. gezeigt haben oder in anderer Form mit uns in Austausch getreten sind. Wir gehen deshalb davon aus, dass unsere Emails Neuwert für Sie haben und freuen uns, wenn wir Sie über Aktionen und Termine rund um den Equal Care Day auf dem Laufenden halten dürfen. Sollten Sie diese Mail irrtümlich erhalten haben oder keinen Bedarf mehr an Informationen zum Equal Care Day haben, bedauern wir das. In dem Fall geben Sie uns bitte ein Zeichen, damit wir Sie aus unserem Verteiler streichen können. Eine Antwort auf diese Mail mit Stichwort „austragen“ genügt. Vielen Dank.