Workshops auf dem ECD

Parallel zu den Vorträgen und Diskussionspanels auf den vier Städtebühnen finden im Laufe des 1.März an zwei weiteren Stellen in der Care-Landschaft jeweils drei digitale Workshops statt.

Lagerfeuer A (Süd)

  • 12:00 – 13:00
    Wenn Mutti früh zur Arbeit geht … oder eben nicht: Care-Arbeit in Ost und West.

    Inputs von:

    • Sabrina Weidner, MONAliesA Leipzig, Feministische Bibliothek „Frauenpolitik in der DDR durch die Brille der ‚Für Dich‘ gesehen“.
    • Dr. Olaf Schmidt, Referent der eaf Sachsen e.V. stellt auf Grundlage des Buchs „Die Erfindung der Hausfrau“ den westdeutschen Blick dar.
  • 14:00 – 15:00 – Kooperationen zum Equal Care Day 2023 / 2024

    Einladung an Verbände, Organisationen, Vereine mit Sascha Verlan (klische*esc e.V.)

  • 15:30 – 16:45 Caring Masculinities – Jungen, Männer, Sorge.

    Hans Prömper, Marc Melcher, Andreas Eickhorst, Jörg Wetjen – Bundesforum Männer e.V

Lagerfeuer B (Nord-Ost)

  • 14:00 – 15:00 – Mental Load & Weaponized Incompetence, oder: der „Idiot Dad“ als Kulturtechnik

    Jo Lücke  (feministmotherhood.de & klische*esc e.V.)

  • 15:30 – 16:45 – Equal Care = Equal Pay?- Über die Lohnlücke von migrierten Frauen im Pflegesektor

    Delal Atmaca, DaMigra e.V.

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Informationen zu den Workshops

12:00 – 13:00 – Lagerfeuer A – Wenn Mutti früh zur Arbeit geht … oder eben nicht:
Care-Arbeit in Ost und West.

eaf Bund und eaf Sachsen gestalten von 12 bis 13 Uhr gemeinsam den Workshop „Wenn Mutti früh zur Arbeit geht … oder eben nicht: Care-Arbeit in Ost und West“. Dort berichtet Sabrina Zachanassian (MONAliesA Leipzig) über „Frauenpolitik in der DDR durch die Brille der ‚Für Dich‘ gesehen“, und Dr. Olaf Schmidt; Referent der eaf Sachsen e.V., zeigt auf Grundlage des Buchs „Die Erfindung der Hausfrau“ von Evke Rulffes die westdeutsche Perspektive. Ziel ist es, miteinander ins Gespräch zu kommen und zu schauen ob es wirklich den Blick Ost-West auch beim Thema Care gibt.

15:30 – Lagerfeuer A – Caring Masculinities – Jungen, Männer, Sorge.

Caring Masculinities eröffnet konzeptionell die Perspektive auf alle Bereiche und Phasen des Lebens von Jungen und Männern: Aufwachsen und Sozialisation, Partnerschaft, Vaterschaft und Vereinbarkeit, Arbeit und Generativität, Alter und Sozialraum, Sorge für sich und Sorge für andere. Zugleich kann (Für)Sorgende Männlichkeit auch als empowernde Begrifflichkeit einer gleichstellungsorientierten Jungen- und Männerpolitik neue Impulse verleihen. Im Workshop wird es zunächst verschiedene Kurzinputs geben, die das Konzept aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten, bevor im weiteren Verlauf die Diskussion dazu für alle Teilnehmenden geöffnet wird.

Logo bundesforum männer - Interessenverband für Jungen, Männer und Väter

14:00 – Lagerfeuer B – Mental Load & Weaponized Incompetence, oder: der „Idiot Dad“ als Kulturtechnik

Die Mental Load wächst. Die Pandemie erhöht durch (u.a.) Lockdowns und Quarantänen die Menge an Sorgearbeit und ihrer Organisation, die vor allem von Frauen und Müttern getragen wird. Doch die Situation hat auch ihr Gutes, denn selten zuvor war die Gelegenheit so günstig, einen wesentlichen und bislang oft unsichtbar gebliebenen Taschenspielertrick des Patriarchats in solch hoher Frequenz zu beobachten: „Weaponized Incompetence“ – die von Männern zur Waffe gemachte „Unfähigkeit“ zur Sorgearbeit.

Was es damit genau auf sich hat und welche (Spoiler: extrem hohe) Relevanz Weaponized Incompetence für Mental Load und Gender Care Gap hat, erläutert der interaktive Vortrag am Lagerfeuer von und mit Jo Lücke.

15:30 – Lagerfeuer B – Equal Care = Equal Pay?- Über die Lohnlücke von migrierten Frauen im Pflegesektor

Logo DaMigra - Dachverband der Migrantinnenorganisationen

Während die einen nach nunmehr 2 Jahren Pandemie weiter unter Hochdruck arbeiten, müssen andere aufgrund von Arbeitsausfällen um ihre Existenz bangen: Jobs im Niedriglohnsektor wie beispielsweise in der häuslichen und klinischen Pflege, Tages- und Altenpflege oder im Reinigungsbereich werden mehrheitlich von Frauen mit Migrationsgeschichte ausgeführt. Die in diesem Bereich tätigen Menschen sind einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt, oftmals nicht über diese Risiken aufgeklärt und zum Teil auch nicht mit entsprechendem Equipment ausgestattet.
Gerade innerhalb dieser besonders wichtigen und zugleich unterbezahlten Care und Sorgearbeit wird der Gender Pay Gap deutlich. Der Gender Pay Gap – die Lohnlücke zwischen Frau und Mann – scheint hierbei wie in Stein gemeißelt. Dies gilt umso mehr für Frauen mit Flucht- und Migrationsgeschichte, die neben Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts weitere Diskriminierungen erfahren. Sie sind auf dem Arbeitsmarkt noch einmal deutlich schlechter gestellt als Frauen ohne Flucht- und Migrationsgeschichte. In gleichen Anstellungsverhältnissen verdienen migrierte Frauen weniger und arbeiten oft prekär oder werden zum Teil ohne Papiere beschäftigt.