Am Freitag Abend wollen wir gemeinsam all jene feiern, die Fürsorge und Care-Arbeit leisten

Das BarCamp am Freitag, die Tagung am Samstag bieten in mehreren Sessions und Workshops Gelegenheit, die mangelnde Sichtbarkeit und unfaire Verteilung von Care-Arbeit zu thematisieren und gemeinsam Lösungsstrategien zu entwickeln. Wir wünschen uns, dass all jene, denen sonst aufgrund von Care-Verpflichtungen die Kraft und Zeit fehlt, dass sie an diesen beiden Tagen die notwendige Unterstützung erfahren, dass ein Bewusstsein entsteht und vielleicht auch ein Umdenken stattfindet, die gewohnten Verantwortlichkeiten einmal grundsätzlich in Frage zu stellen: wie kam es eigentlich zu dieser Aufteilung? Und wer profitiert davon?

Das Abendprogramm mitgestalten werden:

Nicole Weißbrodt

Sie ist Schau- und Puppenspielerin. Seit einigen Jahren ist sie gemeinsam mit Clarissa auf Tour, einer exzentrischen älteren Dame im Rollstuhl, einer Puppe, die sich selbst sehr wichtig nimmt und ihre Pflegerin Nicci immer spüren lässt, wie die Machtverhältnisse liegen und wer gefälligst zu schweigen hat.

Lars Ruppel

Er gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Slam Poet*innen in Deutschland, der sich hin und wieder fragte, ob der Kuckuck wirklich etwas weiß oder doch nur so tut. Mit den ‚weckworten‘ hat er ein Projekt entwickelt, das weit über die Lyrik-Szene und den Poetry Slam hinaus weist: er leitet Pflegekräfte an, die Menschen mit demenziellen Veränderungen betreuen, wie sie durch Gedichte und Lieder Erinnerungen und Lebensfreude wecken können, für beide Seiten, „dass Pflegeeinrichtungen Orte lebendiger Kultur werden.“

Sookee

Sie gehört zu den Wenigen im Rap-Business, die sich konsequent mit Frauen*rechten und Fragen der Gleichstellung beschäftigt auf der Bühne und in Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden. 2016 war sie eine der ersten Unterstützer*innen des Equal Care Day und ließ sich von der Kampagne zu einem Song inspirieren: Who cares?! (feat. Charlotte Brandi), der 2017 auf ihrem Album ‚Mortem & Make up‘ erschien: „Notunterkunft, Platte, Altbau und Traumhaus / Das ist für Fürsorgehooligans und militante Hausfrauen.“

Der Tod

Er ist allgegenwärtig, in den Nachrichten, in Büchern und Filmen und natürlich auch im eigenen Lebensumfeld, trotzdem sprechen die meisten nicht gerne über ihn, zu persönlich, zu angstbeladen. Da ist es gut, dass wir ihn höchstselbst gewinnen konnten, da er endlich auf die Comedy-Bühne getreten ist und uns mitnimmt in die Tiefen und Untiefen seiner Gedankenwelten zwischen Friedhofsruhe und fürsorglicher Sterbebegleitung.

28.02.2020

Siegburger Str. 42
53229 Bonn

Beginn 20.00 Uhr

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