Anlässlich des ECD22 findet an mehreren Orten gleichzeitig und parallel auf einer Online-Plattform die ECD-Städtekonferenz statt. Fünf Städte tragen zu einem Gesamtprogramm bei, das teilweise vor Ort in Präsenz und digital besucht werden kann.

Im hannoverschen Städteraum werden die strukturellen Benachteiligungen beruflich Pflegender im Gesundheitssystem, die Chancen und Herausforderungen bei der Gestaltung einer aktiven Vaterschaft sowie die Überwindung von Altersarmut durch Care-Arbeit in den Blick genommen. Als “roter Faden” zieht sich durch diese vielfältigen Care-Lebenswelten die Herausforderung, politische und gesellschaftliche Fürsprache für eine nachhaltige Sicherstellung im Lichte des demografischen Wandels zu gewinnen. Panels mit Expert*innen aus Forschung und Praxis laden zum Mitdiskutieren ein.

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Mehr zur Städtekonferenz

Hier folgen mehr Informationen zum Städteraum Hannover. Details zu den Programmpunkten finden Sie weiter unten durch Klick auf das Pluszeichen.

gemeinsames Programm, wird auf alle Bühnen gestreamt

unterschiedliche Inputs in den Städteräumen und an den Lagerfeuern (Workshops)

Hannover-Einzel

9:00 Uhr

9:30 Uhr

10:00 Uhr

10:15 Uhr

10:45 Uhr

11:00 Uhr

11:30 Uhr

12:00 Uhr

13:00 Uhr

14:00 Uhr

15:15 Uhr

15:30 Uhr

16:45 Uhr

17:00 Uhr

17:30 Uhr

18:00 Uhr

Ankommen im digitalen und analogen Raum

9:00 Uhr - 9:30 Uhr
Hannover-Einzel

Begrüßung auf der Care-Landschaft

9:30 Uhr - 10:00 Uhr
Hannover-Einzel

Begrüßung aus/in Hannover

10:00 Uhr - 10:15 Uhr
Hannover-Einzel
Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.

Vorstellung der Initiative Equal Care Day und ihrer Anliegen

10:15 Uhr - 10:45 Uhr
Hannover-Einzel
Almut Schnerring, Sascha Verlan (Initiator*in des ECD)

Ute Lange (Bonn) im Austausch mit den Moderator*innen aller Städteräume

10:45 Uhr - 11:00 Uhr
Hannover-Einzel

Die Erschöpfung der Frauen – Keynote mit Franziska Schutzbach

11:00 Uhr - 11:30 Uhr
Hannover-Einzel

Pause

11:30 Uhr - 12:00 Uhr
Hannover-Einzel

Was ist uns die Pflege wert?

12:00 Uhr - 13:00 Uhr
Hannover-Einzel
Prof. Dr. Martina Hasseler, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Privatdozentin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Trägerin des Niedersächsischen Wissenschaftspreises 2020

Pause

13:00 Uhr - 14:00 Uhr
Hannover-Einzel

Es geht nur gemeinsam – Neue Ansätze in der Väterarbeit für echte Care Gerechtigkeit

14:00 Uhr - 15:15 Uhr
Hannover-Einzel
Heiner Fischer, aktiver Vater, Blogger, Coach, www.vaterwelten.de

Pause / Raumwechsel

15:15 Uhr - 15:30 Uhr
Hannover-Einzel

Money and Care: Altersarmut bei Frauen

15:30 Uhr - 16:45 Uhr
Hannover-Einzel
Vortrags- und Diskussionspanel mit Silke Raab (DGB Frauen, Gleichstellungs- und Familienpolitik), Sophia Michaelis (DGB Frauen, Gleichstellungs- und Migrationspolitik), Nicole Lamping (Verbraucherzentrale Niedersachsen e.V.) und Julia Kuhnt (Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V.); Moderation: Stefanie Jäkel, Pressesprecherin im SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V.

Pause / Bühnenwechsel

16:45 Uhr - 17:00 Uhr
Hannover-Einzel

Ausblick, Verabschiedung + Abschluss mit Tanasgol Sabbagh

17:00 Uhr - 17:30 Uhr
Hannover-Einzel
Almut Schnerring, Sascha Verlan (Initiator*in des ECD)

Abschluss in den Städteräumen

17:30 Uhr - 18:00 Uhr
Hannover-Einzel

Offenes Ende auf dem klische*esc-Schiff in der Care-Landschaft

18:00 Uhr - 20:00 Uhr
Hannover-Einzel

Panel 1: Was ist uns die Pflege wert?

Vortrags- und Diskussionspanel mit Prof. Dr. Martina Hasseler, https://www.martina-hasseler.com/

Gut gepflegt werden möchte jede*r. Pflegebedürftig kann man jederzeit werden, sei es vorübergehend als Patient*in im Krankheitsfall oder dauerhaft bei chronischen Erkrankungen oder im Alter. Pflege ist in Deutschland ein elementarer Teil des Gesundheitswesens und praktisch allgegenwärtig. Trotzdem kursieren über die Arbeit von Pflegefachpersonen viele hoffnungslos veraltete Vorstellungen und Missverständnisse. Dass Pflegefachpersonen eine dreijährige Ausbildung mit Staatsexamen und oft auch Weiterbildungen besitzen, spiegelt sich in ihrer gesellschaftlichen Kompetenzzuschreibung erstaunlich schwach wider.

Dazu trägt bei, dass pflegerische Tätigkeiten in wachsendem Maße auch in die Hände von Pflegehilfskräften, pflegefernen Berufsgruppen und Ehrenamtlichen gelegt wird. In der Politik verspricht man sich dadurch eine Abmilderung des schon seit Jahrzehnten vorherrschenden und sich aktuell verstärkenden Fachkräftemangels sowie des quantitativ und qualitativ zunehmend komplexer werdenden Pflegebedarfs in der Bevölkerung. Unausgesprochen schwingt natürlich mit, dass Pflege kostengünstig bleiben möge.

Die Wertschätzung der Pflege beschränkt sich seitens Politik, Arbeitgebern sowie Kranken- und Pflegekassen meist auf Versprechungen und unverbindliche – bisweilen skurril anmutenden – Gesten wie dem Pflanzen von Lavendelbäumen oder dem fotogenen Überreichen von Merci-Schokolade. Der Alltag von Pflegefachpersonen ist indes geprägt von Unterbesetzungen und Zeitdruck durch rigide Vergütungssysteme, einer weitgehenden Abwesenheit des Betrieblichen Gesundheitsmanagements und reformerischen Verschlimmbesserungen. Den Bedarfen und Bedürfnissen pflegebedürftiger Menschen kann so kaum noch adäquat Rechnung getragen werden.

Pflege ist gefragter denn je – wird aber paradoxerweise nicht gestärkt, sondern immer mehr in die Defensive gedrängt. Die Suche nach Fachkräften verheddert sich zwischen umstrittenen und nur mäßig erfolgreichen Anwerbeversuchen rund um den Erdball und dilettantischen Ausbildungskampagnen wie „Ehrenpflegas“. Und wenn alles nichts mehr hilft, sollen Roboter ran.

Beruflich Pflegende wenden sich vom Gesundheitssystem ab („Pflexit“), die Gewinnung neuer Fachkräfte kämpft mit der Deprofessionalisierung des Berufsbilds, wenig attraktiven Karriereperspektiven sowie einer beträchtlichen Quote von Ausbildungsabbrüchen. Der demografische Wandel wird den Verlust pflegerischer Expertise weiter verstärken. Wir steuern in der Pflege auf eine humanitäre Katastrophe zu – so der Bayerische Gesundheitsminister und Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz Klaus Holetschek im Oktober 2021.

Kann man diese humanitäre Katastrophe noch abwenden? Worin liegen dabei die Chancen und Barrieren im deutschen Gesundheitssystem? Welche Reformbedarfe gilt es jetzt anzupacken? Darüber diskutieren wir in diesem Panel.

Panel 2: Es geht nur gemeinsam – Neue Ansätze in der Väterarbeit für echte Care Gerechtigkeit

Vortrags- und Diskussionspanel mit Heiner Fischer, https://vaterwelten.de/

Die Verteilung von Erwerbs- und Familienarbeit ist in unserer Gesellschaft noch immer stark geschlechtlich geprägt. Die Mutter managt den Haushalt, umsorgt die Kinder und geht höchstens in Teilzeit arbeiten. Der Vater ist für das Familieneinkommen zuständig, liest den Kindern abends etwas vor und spielt mit ihnen am Wochenende auf dem Spielplatz. In Unternehmen ist Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer noch ein „Frauenproblem“. Väter kommen dabei kaum bis gar nicht vor und entsprechende Angebote oder Anreize fehlen. Auch fehlen politische Rahmenbedingungen für gesellschaftlichen Wandel hin zu echter Care Gerechtigkeit. Es lässt sich feststellen, dass unsere Gesellschaft immer noch in einem Strukturkonservatismus vergangener Jahrzehnte gefangen ist.

Väterliches Engagement kann nur dann gelingen, wenn wir strukturelle Verhältnisse schaffen und individuelle Verhaltensweisen verändern. Die Väterarbeit in Deutschland konzentriert sich zu einem großen Teil auf Krisenintervention. Dabei braucht es präventive Ansätze für echte Geschlechtergerechtigkeit und Equal Care.

Lasst uns daher präventiv ansetzen und gemeinsame Rahmenbedingungen schaffen, in denen wir Väter nicht nur in der Entwicklung ihrer aktiven Vaterrolle begleiten, sondern Politik, Unternehmen und Organisation für väterorientierte Familienarbeit sensibilisieren.

In dieser Session werden neue Konzepte und Ansätze der Väterarbeit vorgestellt und mit den Teilnehmenden diskutiert.

Panel 3: Money and Care: Altersarmut bei Frauen

Vortrags- und Diskussionspanel mit Silke Raab (DGB Frauen, Gleichstellungs- und Familienpolitik),
Sophia Michaelis (DGB Frauen, Gleichstellungs- und Migrationspolitik),
Nicole Lamping (Verbraucherzentrale Niedersachsen e.V.) und
Julia Kuhnt (Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V.)
Moderation: Stefanie Jäkel, Pressesprecherin im SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V.

Die ungerechte Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen geht im wahrsten Sinne des Wortes zu Kosten der eigenständigen Existenzsicherung (und der Gesundheit) der Frauen. Dieses Problem verschärft sich im Laufe der (Arbeits-)Zeit und führt zu Armut im Alter. Ein Problem, von dem auch heute noch besonders Frauen betroffen sind.
Welche Wege Frauen in die Altersarmut führen – und wie diese umgangen werden können – ist Thema dieses Panels, das von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin e.V. gemeinsam mit dem SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V. umgesetzt wird. Wir möchten den Blick insbesondere auf die Fehlanreize durch strukturelle Rahmenbedingungen richten, die Ungleichverteilung der Sorgearbeit und verschiedene Gender Gaps begünstigen.
Wir starten mit einem Impulsvortrag „Bezahlte Arbeit – unbezahlte Arbeit. Wege zur geschlechtergerechten Verteilung“ von Silke Raab (DGB Frauen, Gleichstellungs- und Familienpolitik). Anschließend möchten wir gemeinsam mit Sophia Michaelis (DGB Frauen, Gleichstellungs- und Migrationspolitik), Nicole Lamping (Verbraucherzentrale Niedersachsen e.V.) und Julia Kuhnt (Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V.) diskutieren, welche grundlegenden Veränderungen es bedarf, damit Frauen finanzielle Verantwortung übernehmen, wirtschaftliche Unabhängigkeit erreichen und sich aus überholten Geschlechterrollen befreien können. Dabei werden wir ein Augenmerk auf die besonderen Herausforderungen alleinerziehender Frauen richten.

Mitmachen ist einfach: Wenn Sie sich in der Welt der Online-Meetings inzwischen zurecht finden, dann wissen Sie alles, was Sie für unsere Care-Landschaft brauchen. Fehlen nur noch Ihr Ticket und persönlicher Zugangscode:

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